Am 15. Februar vergangenen Jahres erschütterte eine gewaltige Explosion die Karl-Marx-Straße in Berlin-Neukölln. Vor einem Herrenmode-Geschäft detoniert eine Kugelbombe – ein Kilogramm Sprengstoff reißt Schaufensterscheiben und Fliesen aus der Verankerung.
Der Schaden beläuft sich auf 30.000 Euro. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer monatelangen Eskalation, die nun vor dem Berliner Kriminalgericht verhandelt wird.
Berlin: Kugelbombe aus Eifersucht
Am Montag (6. Oktober) saß Mustafa C. (37), Vater von drei Kindern, auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm eine Serie von Gewaltakten gegen einen Geschäftsmann (42) vor – den mutmaßlichen neuen Partner seiner getrennt lebenden Ehefrau. Die Ehe war laut Anklage nach häuslicher Gewalt zerbrochen.
Bereits im November 2024 soll Mustafa C. dem Unternehmer telefonisch gedroht haben, ihn „abzuknallen“. Am selben Tag beschädigte er mit einer Spitzhacke mehrere Schaufenster – Schaden: rund 30.000 Euro. An Weihnachten brannte plötzlich der BMW des Nebenbuhlers – mutmaßlich gelegt von Mustafa C. Der Schaden: 44.000 Euro.
Das droht dem Angeklagten jetzt
Obwohl kurz darauf Friedensrichter aus dem Clan-Milieu in einer Moschee zu vermitteln versuchten, eskalierte die Situation erneut: Am 28. Dezember brannte auch noch der Mercedes des Opfers in der Leipziger Straße – diesmal entstand ein Schaden von 100.000 Euro.
Bei einer Durchsuchung wurden bei Mustafa C. mehrere Schusswaffen, Munition, ein Schlagring, GPS-Tracker und Einbruchswerkzeug sichergestellt. Es laufen weitere Ermittlungen gegen ihn. Seit März sitzt er in U-Haft.
Mustafa C. droht bei einem Geständnis eine Haftstrafe von maximal vier Jahren und sechs Monaten. Das Urteil wird für den 24. November 2025 erwartet.
