Hertha BSC macht mit dem Berliner Weg sehr viel richtig – nützen wird es leider nichts

Mit zuletzt zwei Siegen in Folge hat Hertha BSC sportlich wieder in die Spur gefunden. Zuvor sah es mit der erklärten Mission Aufstieg gar nicht gut aus – jetzt wird viel von den kommenden Wochen abhängen.

Ein Konzept aber trägt schon heute Früchte: der ausgerufene „Berliner Weg“. Man setzt auf den eigenen Nachwuchs – und kann mit einer ganzen Reihe von Talenten aufwarten. Vor allem Kennet Eichhorn zeigt, wie viel der Verein richtig macht – und wie wenig das am Ende bringen könnte.

Hertha BSC: Hier werden echte Werte geschaffen

Die Plattform „Transfermarkt.de“ hielt in diesen Tagen einen Paukenschlag bereit: Den Marktwert des Hertha-Youngsters Eichhorn verdoppelte man dort von drei auf sechs Millionen Euro. Damit wäre der 16-Jährige der wertvollste Spieler der ganzen Liga. Zwar sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, eine Signalwirkung haben sie aber allemal.

Denn der Marktwert eines Spielers setzt sich stets aus zwei Faktoren zusammen: seinen Leistungen und seinem Potenzial. Ein Nachwuchskicker hat erstmal nur Letzteres – es sei denn, ein Klub gibt ihm die Gelegenheit, auch echte Leistungen zu erbringen.

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Genau das tut Hertha BSC mit dem „Berliner Weg“. Eichhorn hätte schon im Sommer weg sein können, es gab dem Vernehmen nach Angebote aus Leverkusen und Wolfsburg. Doch sein Ausbildungsverein schaffte es offenbar, dem Teenager eine Perspektive zu eröffnen: Hier bekommst du Spielzeit und eine echte Chance. In Charlottenburg hat man nicht nur Glück, viele Talente zu haben. Durch den Umgang mit ihnen beeinflussen die Verantwortlichen aktiv deren Wert.

Auf dem Platz zahlt der Youngster das nun zurück. Mit grundsoliden Leistungen arbeitet Eichhorn nicht nur an seinem Marktwert, sondern trägt ganz direkt zur Mission Aufstieg bei. Gerade in einer Saisonphase, in der ein eingeplanter Stammspieler wie Paul Seguin monatelang ausfällt.

Leider hat die Sache einen Haken

Das Problem liegt in der Frage, die bei der tollen Nachricht um Eichhorns Wertsteigerung sofort mitschwingt: Wie lange kann Hertha BSC ihn noch halten? Mit der Aussicht auf Spielpraxis bei den Profis ließen sich erste Avancen abwehren. Doch schon im kommenden Sommer könnten den Berlinern die Argumente ausgehen. Vor allem, wenn es mit dem Aufstieg in die Bundesliga nicht klappen sollte.

Es sind bittere Aussichten für die Berliner. Man macht alles richtig und steht am Ende sportlich dennoch mit leeren Händen da. Denn eine hohe Transfersumme für einen Teenie wie Eichhorn wäre zwar eine gute Sache. Im Fall Maza hat man allerdings gesehen, dass solches Geld schnell zu großen Teilen in die Konsolidierung des Vereins sickert.

Bis zur Rückkehr ins Fußball-Oberhaus könnte es auf diesem Weg noch einige Leistungszentrums-Generationen dauern.