Nächste Umbenennung in Berlin: Platz in Wedding heißt jetzt anders

In Berlin-Mitte fand am Samstag die feierliche Umbenennung des Nettelbeckplatzes in Wedding statt. Der neue Name ist Martha-Ndumbe-Platz. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte entschied sich am 23. Januar für die Umbenennung.

Mit diesem Schritt bringt der Bezirk eine neue Erinnerungskultur nach Berlin, die einen Fokus auf Opfer rassistischer Gewalt legt.

Umbenennung zum Martha-Ndumbe-Platz in Berlin-Mitte

Der Prozess zur Namensfindung war einzigartig. Mehr als 500 Vorschläge kamen aus der Bevölkerung. Eine Kommission aus Anwohnern sowie Initiativen und Institutionen aus der Nachbarschaft wählte anschließend drei Favoriten aus. Die endgültige Entscheidung traf dann die BVV.

Erinnerungswürdige Biografie im Herzen Berlins

Martha Ndumbe wurde 1902 in Berlin geboren. Ihr Leben endete tragisch; sie wurde 1944 ins KZ Ravensbrück deportiert und starb ein Jahr später. Der neue Name des Platzes soll ihre verdrängte Geschichte an die Öffentlichkeit holen.

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Das Bezirksamt sagte dazu: „Mit der Benennung wird an die Opfer rassistischer Gewalt erinnert und eine bislang marginalisierte Biografie sichtbar gemacht.“ So entsteht in Berlin ein Bewusstsein für Menschen, die unter Gewalt und Rassismus litten.

Der bisherige Namensgeber war Joachim Nettelbeck, ein Obersteuermann, der auf Versklavungsschiffen zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert aktiv war. Die Entscheidung der BVV, seinen Namen zu entfernen, zeigt eine klare Haltung gegen diese belastete Vergangenheit. Der Martha-Ndumbe-Platz steht nun für ein Berlin, das sich mit neuer Energie für Gerechtigkeit und Erinnerung einsetzt.

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