Das Kakao- und Schokoladenwerk im Berliner Stadtteil Lichtenrade steht vor dem Aus. Nach mehr als 50 Jahren Schokoladenproduktion soll das Werk zum Jahresende 2025 schließen.
Das bestätigte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) dem RBB. Betroffen sind rund 40 Beschäftigte, deren Zukunft derzeit ungewiss ist.
Berliner Fabrik muss die Türen schließen
Das Werk gehört zum international agierenden Lebensmittelkonzern Cargill, der seinen Hauptsitz im US-Bundesstaat Minnesota hat. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden die Mitarbeiter am 7. Oktober über die bevorstehende Schließung informiert – offenbar ohne vorherige Einbindung des Betriebsrats.
„Bei Cargill handelt es sich um einen weltweit agierenden Konzern, der eiskalt auf Profit schaut“, kritisiert Gewerkschaftssekretärin Rebecca Rahe. Laut NGG sei die Auslastung des Werks gut, eine Schließung daher aus wirtschaftlicher Sicht nicht notwendig. Vielmehr habe der Betriebsrat seit Jahren auf Investitionsrückstände und Missstände hingewiesen – ohne dass das Management reagiert habe.
Gewerkschaft fordert Sozialplan
Die Gewerkschaft fordert nun, einen Sozialplan zu erarbeiten und die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung im Cargill-Werk Reinickendorf zu prüfen. Doch bislang zeige der Arbeitgeber keine Gesprächsbereitschaft. Damit droht den Beschäftigten ausgerechnet in der Weihnachtszeit die Arbeitslosigkeit.
Das Lichtenrader Werk blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1964 in West-Berlin gegründet, wurde es 1977 an Dr. Oetker verkauft und Teil der Schwartau-Gruppe, bekannt für ihre Marmeladenproduktion. 2003 kam ein weiteres Werk in Reinickendorf hinzu. 2011 übernahm schließlich Cargill beide Standorte.
