Nach Jahrzehnten der Geheimhaltung ist es soweit: Eine wertvolle Schmucksammlung der Habsburger wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Kostbarkeiten, darunter der prachtvolle „Florentiner“-Diamant und persönliche Gegenstände von historischem Gewicht, befanden sich seit 1940 in einem versteckten Depot in Kanada. Die Habsburger hatten die Juwelen dorthin gebracht, als sie vor den Nazis fliehen mussten.
Habsburger-Schätze: Flucht, Geheimnisse und große Geschichte
Die jahrzehntelange Geheimhaltung der Sammlung geht auf Zita, die Witwe von Karl I., dem letzten Kaiser der Habsburger, zurück. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit Verfolgung und Exil verfügte sie, dass die wertvollen Schmuckstücke erst ab 2022 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen. Auf ihren Wunsch hin blieb der Verbleib der Juwelen lange ein Rätsel – nun wurde es gelüftet.
Die Habsburger kündigten an, die Schmuckstücke schon bald in Kanada auszustellen, wo sie sicher untergebracht sind. Familienoberhaupt Karl Habsburg erklärte: „Damit kommen wir unserer kulturhistorischen Verantwortung nach.“ Bereits ein veröffentlichtes Foto der Sammlung weckt großes Interesse: Zu sehen sind diamantene Orden, funkelnde Broschen und kostbare Anhänger, deren Magie die Zeit überdauert zu haben scheint.
Die Habsburger und ihre geraubten Kronjuwelen
Die Bedeutung der jahrhundertealten Stücke ist für die Habsburger unbezahlbar. „Hier spielt die historische und kulturelle Bedeutung eine wesentliche und aus Sicht der Familie auch die einzige Rolle“, betonte ein Sprecher gegenüber der dpa. Der wirtschaftliche Wert der Sammlung wurde nicht genannt, vermutlich erreichen die Schätze jedoch Millionenhöhen.
Der Verbleib dieser privaten Juwelen in Kanada hat auch rechtliche Gründe. Nach dem Ende der Monarchie im Jahr 1918 wurde die Familie Habsburg durch die österreichische Republik enteignet. Während die Kronjuwelen des Kaiserhauses Teil des Staatsbesitzes in Wien wurden, blieb die private Schmucksammlung den Habsburgern erhalten und konnte somit vor der Konfiszierung geschützt werden.
Die Geschichte dieser Juwelen reicht bis zu berühmten Habsburgerinnen wie Maria Theresia und Marie-Antoinette zurück. Sie zeugen von der glanzvollen Zeit einer europäischen Herrscherdynastie, deren Erbe nun erneut in den Fokus rückt. Mit der geplanten Ausstellung wird die spannende Vergangenheit lebendig. Es ist das erste Mal, dass die Habsburger ihre sagenumwobenen Juwelen so der Welt präsentieren. (mit dpa)
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