„Sandmann, lieber Sandmann!“ Dass dieses Lied die Bettgehzeit einläutet, und das schon lange vor dem offiziellen Start des Kinderkanals, das ist schon fast deutsches Kulturerbe. Das könnte aber bald Geschichte sein. Denn der KiKA steht nach 27-jähriger Bestandszeit im Fernsehen vor dem Aus. Schuld daran ist der große Wandel, den ARD und ZDF durchmachen sollen.
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Das Sandmännchen und Schloss Einstein, aber auch bildende und politische Sendungen wie logo, Wissen macht Ah! und Löwenzahn. KiKA hat viele Menschen in ihrer Kindheit begleitet. Bald könnte das Programm aber aus dem Fernsehen verschwinden und dann nur noch abrufbar sein.
Ende für den KiKA? Debatte um die Zukunft des Kinderkanals
Der Grund ist die geplante Rundfunkreform, die mit der GEZ-Diskussion einhergeht. Die Öffentlich-Rechtlichen (ÖRR), allen voran ARD und ZDF, sollen moderner, effizienter und schlanker gestaltet werden. Die 16 Landtage stimmen zurzeit gemeinsam über einen neuen Reformstaatsvertrag ab, der auch beinhaltet, den KiKA aus dem linearen Fernsehprogramm zu streichen.
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Junge Menschen, so das Pro-Argument, sehen ihre Fernsehinhalte ohnehin lieber online, auf Mediatheken und Streaming-Diensten. ARD und ZDF wollen keinen fixen Abschalttermin. Die Transformation soll erst dann stattfinden, wenn die Mehrheit der Kinder wirklich nicht mehr über das lineare Programm zusieht.
Doch es trifft nicht nur den KiKA: In Zukunft soll es weniger Textformate im Internet geben. Dort hatten ARD und ZDF vor allem politische Themen oftmals auch als Artikel abgedeckt. Ziel ist es, Konkurrenz mit privaten Online-Medien zu vermeiden. Allgemein sollen ARD, ZDF und auch das Deutschlandradio digital schlanker aufgestellt werden.
Ein weiterer Punkt soll die Zusammenlegung oder sogar Einstellung von Spartensendern sein. Spartensender der ÖRR sind beispielsweise tagesschau24, ZDFinfo und ZDFneo sowie eben der Kinderkanal KiKA. Um welche Sparten es sich genau handeln soll, ist nicht bekannt. Ziel ist auch hierbei, kostensparender zu wirtschaften.
„Wir sehen erst den Abendgruß, ehe jedes Kind ins Bettchen muss!“
Alle 16 Bundesländer müssen den Reformen zustimmen, 13 haben dies bereits getan. Zuletzt, nach langem Hin und Her, auch Sachsen. Nun fehlen nur noch Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, deren Abstimmung noch ansteht. Stimmen sie zu, kann der Vertrag voraussichtlich zum 1. Dezember 2025 in Kraft treten.
Der KiKA wird dann zwar noch nicht abgeschaltet, das Datum markiert aber den Anfang der Transformationen. Zunächst soll geprüft werden, wann und auf welche Weise der Kinderkanal endgültig ins Internet wandern soll. Fest steht: Am 18. November 2025 soll die SD-Ausstrahlung über Satellit enden.
„Kinder, liebe Kinder, es hat mir Spaß gemacht!“, erschallt dann zwar noch aus den Kinderzimmern, aber nicht mehr zwangsläufig um sieben Uhr und auch nicht mehr aus dem Fernseher, sondern aus Tablets und Smartphones.
