BVG zieht Notbremse: Umbau des Betriebshof in Weißensee gestoppt

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ein weiteres Großprojekt neu aufgestellt: Der Betriebshof Weißensee wird nicht saniert, sondern komplett neu gebaut.

Damit reagiert das Unternehmen auf jahrelange Planungsprobleme, steigende Kosten – und die Anforderungen der kommenden Straßenbahn-Generation.

BVG: Doch keine Modernisierung

Die neuen „Urbanliner“-Züge sind mit fast 51 Metern deutlich länger als die bisherigen Flexity-Bahnen. Damit sie künftig in Berlin eingesetzt werden können, müssen Werkstätten und Abstellanlagen angepasst werden.

Suchst du nach weiteren praktischen Informationen zum Verkehr in Berlin? Melde dich hier für unseren Verkehrs-Newsletter an

*Pflichtfeld. Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu. Eine Abmeldung ist jederzeit über einen Link im Newsletter möglich.

Einem Bericht von „n d“ zufolge ergab eine Analyse im BVG-Lenkungskreis, dass ein Umbau im laufenden Betrieb zu riskant und teuer wäre. Stattdessen fiel die Entscheidung für einen Neubau mit neuer Anordnung der Hallen, um die Flächen besser zu nutzen.

Weißensee bleibt bis 2030 eine Baustelle

Wann der Startschuss für Abriss und Neubau fällt, ist allerdings offen. „Weißensee kann erst umgebaut werden, wenn ausreichend neue Betriebshofkapazitäten vorhanden sind“, heißt es im BVG-Intranet. Diese sollen frühestens mit der Eröffnung des Betriebshofs Adlershof im Jahr 2030 geschaffen werden.

Für den laufenden Betrieb hat die Entscheidung Folgen: Die Straßenbahnlinie M4 muss künftig längere Anfahrten in Kauf nehmen. Statt wie bisher nur 500 Meter entfernt, werden die neuen Urbanliner in den Höfen Lichtenberg und Marzahn stationiert – bis zu 8,5 Kilometer entfernt.

Doch die BVG kämpft nicht nur mit Baufragen. Auch interne Umstrukturierungen sorgen derzeit für Unruhe. Ab 2026 sollen Zuständigkeiten neu verteilt und die Planung von Neubaustrecken in die BVG Projekt GmbH ausgelagert werden. Kritiker befürchten, dass damit der Ausbau der Straßenbahn ins Stocken geraten könnte – ein sensibles Thema, seit die neue Landesregierung mehrere Tram-Projekte auf Eis gelegt hat.

Bis 2030 bleibt Weißensee also Baustelle – auf dem Papier und in der Planung.

Dieser Artikel wurde teils mit maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.