Regal voll, Bauch leer! Was täglich im Einkaufswagen von Edeka, Lidl und Co. landet, ist oft nicht das, was dem Körper guttut. Eine neue Untersuchung zeigt: Mehr als die Hälfte unserer Kalorien stammt aus sogenannt ultraverarbeiteten Lebensmitteln.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC schlägt Alarm: Bei Erwachsenen liegt der Anteil bei 53 Prozent, bei Kindern sogar bei fast 62 Prozent. Eine Auswertung von 45 Studien mit fast zehn Millionen Teilnehmern zeigt: Wer regelmäßig zu stark verarbeiteten Produkten greift, lebt gefährlicher. Herzkrankheiten, Diabetes, Depressionen – die Liste der Risiken ist lang.
Edeka, Lidl und Co. – Supermarkt-Kunden müssen aufhorchen
Um die Lebensmittel zu bewerten, nutzten Forscher das NOVA-System. Es teilt Produkte in vier Gruppen ein – von frisch bis völlig künstlich.
Und genau diese vierte Gruppe ist das Problem. Sie liefert jede Menge Kalorien, aber kaum Nährstoffe. Typische Beispiele:
Viele dieser Produkte enthalten fünf oder mehr Zusatzstoffe, oft mit komplizierten Namen. Einige davon, etwa Aspartam, gelten laut neuen Studien sogar als möglicherweise krebserregend. Die Verbraucherorganisation foodwatch warnt bereits vor 2.500 betroffenen Produkten.
Ärztin erklärt die Risiken
Wie schlimm das wirklich ist, zeigt ein Experiment aus dem Jahr 2019. 20 übergewichtige Erwachsene lebten vier Wochen in einer Klinik. Zwei Wochen lang gab es ultraverarbeitete Produkte, danach unverarbeitete Kost. Das Ergebnis: Die erste Gruppe aß 500 Kalorien mehr pro Tag und nahm ein Kilo zu. Die zweite Gruppe verlor im gleichen Zeitraum ein Kilo.
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Die Ärztin Dr. Avlin Imaeda von der Yale Medicine Klinik warnt: Chemische Geschmacksverstärker machen viele Produkte extra lecker und haltbar. Genau das sorgt dafür, dass wir oft mehr essen, als unser Körper braucht – und das kann schnell ungesund werden. Ganz auf Fertigprodukte zu verzichten, sei aber unrealistisch, sagt die Expertin. Ihr Tipp: Je kürzer die Zutatenliste, desto besser. Oder einfacher gesagt: Wenn du kaum verstehst, was draufsteht – lieber liegen lassen!
Wie sinnvoll ist das NOVA-System wirklich?
Ganz unumstritten ist das NOVA-System allerdings nicht. Wie die Tagesschau berichtet, kritisieren deutsche Ernährungswissenschaftler, dass die Einteilung zu ungenau sei. So landet unverpacktes Brot in Gruppe 3, verpacktes Brot in Gruppe 4 – obwohl beide identische Zutaten enthalten. Selbst Säuglingsnahrung gilt laut System als ultraverarbeitet, obwohl sie streng geprüft wird.
Tatsächlich zeigen Studien nur bei Süßgetränken und Wurstwaren einen klaren Zusammenhang mit Gesundheitsproblemen. Bei vielen anderen Produkten der Gruppe 4 fehlt dieser Nachweis laut ARD-Bericht. Experten raten deshalb, lieber auf Zucker-, Salz- und Fettgehalt zu achten, anstatt pauschal alle verarbeiteten Lebensmittel zu verteufeln.
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