Es ist längst nichts Neues mehr: Antidemokratische Tendenzen nehmen zu und Rechtsextremismus ist ein Problem – besonders unter der Generation Z. Mehr als jede siebte Person würde sogar diktatorische Verhältnisse befürworten, so die neue Mitte-Studie.
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Früher gingen sie für den Klimaschutz auf die Straße, und jetzt das? Etwa ein Fünftel der Befragten zeigt sich offen für extreme oder nationalistische Positionen. Ein klar rechtsextremes Weltbild vertreten laut Studie immerhin 3,3 Prozent der Bevölkerung. Zwar war die Vorgängerstudie noch höher, langfristig scheint das Niveau aber stabil zu bleiben.
Generation Z: Die Gefahr von rechts
Seit 2014 schwankt der Anteil der Rechtsextremen zwischen zwei und drei Prozent. Die Zahlen belegen also keinen Rückgang, sondern eine beständige, gefährliche Konstante. Besonders alarmierend ist der Blick auf die Gen Z. Studienautor Andreas Zick erklärt gegenüber dem Stern: „Wir reden hier von Menschen, die 18 Aussagen eindeutig zustimmen.“ Unter den 18- bis 34-Jährigen beantworten „knapp sieben Prozent“ alle Fragen „eindeutig rechtsextrem“. Damit seien es „über doppelt so viele“ wie in anderen Altersgruppen.
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Zick zieht ein klares Fazit: „Die jüngere Generation ist nicht so weltoffen, wie viele denken würden.“ Laut seiner Analyse ist die Gen Z sogar fremdenfeindlicher, antisemitischer und empfänglicher für rechtsextreme Weltanschauungen. Viele von ihnen sähen Demokratie als etwas, das „mit dem Handeln der Regierung gleichzusetzen“ sei – und befänden sich deshalb, ihrer Wahrnehmung nach, „im Widerstand“, etwa bei der Wehrdienstdebatte.
Wie Gen Z für Demokratie gestärkt werden kann
Ein Grund dafür könnte sein, dass die politische Debatte „über die Köpfe der Jungen hinweg geführt“ werde, so Zick. Politik müsse junge Menschen stärker einbeziehen und ihre Sorgen ernst nehmen. Auch politische Bildung sei entscheidend, um die Generation Z wieder „demokratiefester“ zu machen und ihr positive Zukunftsperspektiven zu geben.
Die repräsentative Studie basiert auf 2001 Interviews mit Menschen zwischen 18 und 94 Jahren. Auftraggeber ist die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung. In allen Altersklassen steigen antidemokratische Tendenzen. Rund 20 Prozent äußern sich ambivalent zu rechtsextremen Aussagen, was den wachsenden Graubereich zeigt, in dem sich auch Teile der Gen Z bewegen.
