Mit 70 ein Jungspund im Kanzleramt – ein spezieller Geburtstagswunsch an Merz

Vor 70 Jahren erblickte Friedrich Merz im Sauerland das Licht der Welt – am 11. November 1955. 70 Jahre schon – und doch wirkt Merz aus zwei Gründen im Kanzleramt wie ein Jungspund. Ein Kommentar.

Merz im Altherren-Club: Die Ü70-Jährigen regieren die Welt

Zum einen ist Friedrich Merz trotz dieses Alters jünger als viele andere Staats- und Regierungschefs führender Nationen.

Der Trend ist klar: Die über 70-jährigen Männer regieren die Welt! Doch noch aus einem anderen, weniger schmeichelhaften Grund erscheint Merz wie ein Jungspund im Amt.

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Vom scharfzüngigen Oppositionsführer zum souveränen Kanzler

Als Jungspund bezeichnet man schließlich Menschen, die mit viel Elan, aber oft auch übermütig und unerfahren auftreten. Tatsächlich ist Merz noch nicht voll in der Rolle als Regierungschef angekommen. Jahrelang war er scharfzüngiger Oppositionsführer – teilte gegen Gerhard Schröder und gegen Olaf Scholz angriffslustig aus, wusste es immer besser. Jetzt muss er in der Realpolitik selbst Mehrheiten organisieren, Lager zusammenführen. Dabei hatte er zuvor keine Regierungserfahrung vorzuweisen, nicht mal auf Landesebene.

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Zuletzt zeigte die von ihm angestoßene „Stadtbild“-Debatte, dass Merz noch immer nicht ganz Kanzler ist. Statt konstruktive Regierungspolitik zu machen, versuchte er Stimmungen zu bedienen, was einen nicht unwesentlichen Teil der Bevölkerung irritierte und missfiel. Auch seinen Koalitionspartner, die SPD.

An seinem 70. Geburtstag bleibt daher zu wünschen, dass Merz die staatsmännische Reife, Souveränität und Gelassenheit findet, die einem Kanzler gebührt.