Die Zukunft des Wehrdienstes sorgt weiter für hitzige Debatten in der deutschen Politik. Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen Union, SPD und Verteidigungsminister Boris Pistorius scheint nun eine Lösung greifbar. Alle Männer eines Jahrgangs sollen künftig gemustert werden, doch die Frage nach der konkreten Umsetzung bleibt ein Streitpunkt. Die Entscheidung könnte wichtige Weichen für die Bundeswehr und ihre Einsatzfähigkeit stellen.
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Nach einem langen Streit zwischen Union, SPD und Boris Pistorius scheint eine Lösung für den neuen Wehrdienst in Deutschland greifbar. Ursprünglich war ein „doppeltes Losverfahren“ geplant, bei dem nur einige Männer eines Jahrgangs zur Musterung müssen. Dies stößt jedoch auf den Widerstand des Verteidigungsministers. Nun wurde offenbar beschlossen, dass alle Männer eines Jahrgangs gemustert werden.
Wenn sich nicht genügend Freiwillige finden, wird unter den Wehrdiensttauglichen gelost, um den Bedarf der Bundeswehr zu decken. Der CSU-Abgeordnete Thomas Erndl erklärte gegenüber der „Bild“: „Wenn die Anzahl der Freiwilligen […] nachhaltig nicht erreicht wird, ist in letzter Konsequenz eine am Bedarf der Streitkräfte ausgerichtete verpflichtende Heranziehung notwendig.“
Die Einigung zum Wehrdienst steht jedoch unter einer Bedingung: Verteidigungsminister Pistorius muss eine klare Personalplanung für die Bundeswehr vorlegen. Der geplante „Truppenaufwuchs“ bleibt bisher sein ungelöstes Problem. Pistorius zeigte sich jedoch zu Beginn der Woche zuversichtlich und betonte beim Besuch des Heimatschutz-Regiments in Münster, dass eine Lösung noch in dieser Woche möglich sei.
Nach aktuellen Schätzungen des Ministeriums sind ab 2026 jährlich 3000 bis 5000 zusätzliche Wehrdienstleistende nötig, um die Bundeswehr auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.
Experten wie Militärhistoriker Sönke Neitzel unterstützen diese Pläne für eine Auswahl-Wehrpflicht. „Sie müssen die Vorbereitungen für eine Auswahl-Wehrpflicht treffen, falls sich nicht genügend Freiwillige melden“, mahnte Neitzel im Verteidigungsausschuss. Auch Oberst André Wüstner befürwortet diesen „Umschaltmechanismus“, der sich am schwedischen Modell orientiert. Seiner Ansicht nach würde dies langfristig auch eine wirksamere Abschreckung gegenüber Putin bieten.
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