AfD-Chef bringt Lanz wegen Putin aus der Fassung – „Keine Gefahr für Deutschland“

Bei Markus Lanz wurde es am Dienstagabend hitzig: AfD-Chef Tino Chrupalla verteidigte im ZDF seine Haltung zu Russland – und brachte sich dabei ordentlich in die Bredouille. Immer wieder betonte er, man müsse mit Russland im Gespräch bleiben, um Frieden in der Ukraine zu erreichen. Kritik an der Bundesregierung konnte er sich dabei nicht verkneifen. Das berichtet das Portal „Merkur„.

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Als Journalist Justus Bender der AfD eine „unterwürfige Haltung“ gegenüber Russland vorwarf, reagierte Chrupalla genervt. Statt über seine persönlichen Kontakte zu Moskau zu sprechen, versuchte er Parallelen zur Situation in Deutschland zu ziehen. Die Opposition hierzulande sei in Gefahr, sagte er. Als Lanz irritiert nachfragte, konterte Chrupalla empört: „Entschuldigung, nehmen Sie das alles nicht wahr?“

AfD-Chef fordert erneut Gespräche mit Russland

Der AfD-Chef beklagte, seiner Partei werde ständig „Volksverrat vorgeworfen“. Lanz stoppte ihn sofort: „Stopp, stopp! Man muss bei Ihnen immer tierisch aufpassen!“ Auch Kremlkritiker Wladimir Kara-Mursa, der zwei Giftanschläge überlebt hat, war entsetzt über Chrupallas Vergleich: „Es ist beleidigend, sowas zu hören. Unsere Oppositionsführer werden ermordet!“ Doch Chrupalla blieb stur: „Selbst ich wurde angegriffen und ich weiß noch nicht, von wem.“

Der AfD-Politiker warnte vor zunehmender Gewalt gegen Parteimitglieder. „Das sehen wir jede Woche“, sagte er. Lanz nutzte die Gelegenheit und sprach den ermordeten Kremlgegner Alexej Nawalny an. Ob Chrupalla bei seinen Russland-Besuchen jemals über ihn gesprochen habe, wollte der Moderator wissen. „Kein Thema“, antwortete der AfD-Politiker knapp – und fragte genervt: „Was soll das jetzt?“

Chrupalla betonte, Russland stelle „keine Gefahr für Deutschland aktuell“ dar. Kara-Mursa widersprach entschieden: „Wladimir Putin ist nicht nur ein Diktator. Er ist nicht nur ein Besetzer. (…) Er ist auch ein Mörder.“ Doch der AfD-Chef blieb unbeeindruckt. „Ich argumentiere aus der Position eines deutschen Politikers“, sagte er. „Und ich bin der Meinung, wir müssen versuchen, auch mit Diktaturen uns auseinanderzusetzen.“

Chrupalla hält sich mit Kritik an Putin zurück

Als Lanz wissen wollte, was er an Putin kritisiere, erklärte Chrupalla: „Ich kritisiere sehr wohl natürlich den Angriffskrieg gegen die Ukraine.“ Doch auch der Westen habe „entscheidende Fehler“ gemacht. Lanz hakte nach: „Ist das die härteste Kritik?“ Chrupalla zuckte mit den Schultern: „Mir hat er nichts getan.“

Der AfD-Politiker wiederholte schließlich: „Ich sehe keine Gefahr für Deutschland aktuell durch Russland!“ Lanz fragte fassungslos: „Keine?! Sie sehen keinen hybriden Krieg?“ Doch Chrupalla blieb bei seiner Linie: „Jedes Land kann eine Gefahr für Deutschland werden (…) auch Polen.“ Lanz reagierte entgeistert: „Sie sagen, Polen ist potenziell genauso gefährlich wie Russland?!“

Als der Moderator auf die ständigen Atomdrohungen Moskaus hinwies, konterte Chrupalla trocken: „Jeder hat seinen Kiesewetter. Und das ist der Kiesewetter Russlands.“ Lanz fragte ungläubig: „Sie vergleichen jetzt Kiesewetter mit Medwedew?“ Chrupalla: „Warum nicht? Natürlich! Das ist genauso Propaganda wie Herr Kiesewetter hier!“ Am Ende warnte der AfD-Chef noch vor einer Eskalation: Die Bundesregierung riskiere „gerade den dritten Weltkrieg“.

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