Es war mit Sicherheit ein trauriger Abschied für viele Besucher: Im Jahr 2024 verabschiedete sich der Zoo Berlin von mehreren Przewalski-Pferden, die im Rahmen eines internationalen Artenschutzprojekts in das Steppengebiet Altyn Dala in Kasachstan überführt wurden.
Nun gibt es gute Nachrichten – die Tiere haben sich dort offenbar gut eingelebt und gemeinsam mit Wildpferden aus anderen europäischen Zoos eine neue Herde gebildet.
Zoo Berlin gibt Update zu Wildpferden
Bereits wird der nächste Transport vorbereitet. Im Frühsommer 2026 sollen erneut vier von insgesamt acht Wildpferden ihre Reise nach Kasachstan antreten – gestartet wird erneut im Zoo Berlin.
„Die Auswahl einzelner Pferde für die Wiederansiedlung ist entscheidend für die genetische Vielfalt der Population“, erklärt Barbora Dobiášová, Kuratorin im Zoo Prag und Koordinatorin des europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Der Tierpark und Zoo Berlin fungieren dabei erneut als zentrale Knotenpunkte.
„Ein ökologischer Prozess, der über Jahrtausende prägend war“
Das Przewalski-Pferd galt in der Wildnis lange als ausgestorben. Nur durch internationale Zusammenarbeit von Zoos und Schutzprogrammen konnte die Art gerettet werden. „Dass wir Wildpferde heute wieder in dieser ökologisch so wichtigen Grassteppe sehen können, ist ein Erfolg jahrzehntelanger, wissenschaftlich koordinierter Erhaltungszucht“, sagt Christian Kern, Zoologischer Leiter von Zoo und Tierpark Berlin.
In der kasachischen Steppe übernehmen die Tiere eine wichtige ökologische Rolle: Sie halten Grasflächen offen, fördern Artenvielfalt und stabilisieren das empfindliche Ökosystem. „So schließt sich mit der Rückkehr des Przewalski-Pferdes wieder ein ökologischer Prozess, der über Jahrtausende prägend war“, betont Stephanie Ward von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.
Das Projekt ist Teil der Altyn Dala Conservation Initiative, die 2024 mit dem Earthshot Prize ausgezeichnet wurde – ein Erfolg, an dem auch der Zoo Berlin entscheidend mitwirkt.
