Will der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Deutschland bis an die Zähne bewaffnen? So wirkte er zumindest bei der Entgegennahme des neuen Leopard-Modells 2A8 in München. Er forderte mehr Tempo von der Rüstungsindustrie und verkündete seine massiven Aufrüstungsvorhaben: Panzer, Haubitzen, Luftabwehr und Transportfahrzeuge sollen das Arsenal der Bundeswehr schnellstmöglich auffüllen. Der fortlaufende Ukraine-Krieg und der starke Bedarf nach modernen Waffensystemen – das zwingt ihn, die Produktionsraten anzukurbeln. Dafür hat er schon einiges vor.
Pistorius plant einen Rüstungsgipfel
Im Dezember lädt er zu einem Gipfel mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ein. Da sollen sich klassische Rüstungsfirmen mit anderen Branchen verbinden. Davon erhofft er sich, die Produktionsraten zu steigern. Außerdem will Pistorius das Beschaffungsamt in Koblenz verschlanken, damit die Entscheidungen und Prozesse schneller zustande kommen.
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In München stand der Leopard 2A8 im Zentrum. Dabei betonte Generalleutnant Christian Freuding den dringenden Bedarf an neuen Panzerwagen – viele Panzer stammen nämlich aus dem letzten Jahrhundert und werden lediglich modernisiert. Die Bundeswehr bestellte 123 Leopard 2A8, weitere Bestellungen sind möglich.
Darum ist der neue Panzer eine Last
Kritik begleitet den Leopard 2A8 trotzdem. Die aufgerüstete Panzerung treibt das Gewicht auf knapp 70 Tonnen – eine unerträgliche Last für viele Brücken. Die Kanone lädt die Besatzung weiterhin von Hand – mit 20-Kilo-schweren Geschossen.
Die Entwicklung strebt kleinere Teams, automatische Lader und unbemannte Türme an. Pistorius drängt daher auf Tempo und klare Prioritäten.
