Geld: Ungleichheit nimmt zu! Diese Schicht bricht fast komplett weg

Deutschland zählt weiter zu den reichsten Ländern, doch viele Menschen kämpfen härter denn je ums Auskommen. Eine neue Analyse des WSI zeigt, dass die Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen wächst. Vor allem Menschen mit wenig Geld spüren diese Entwicklung jeden Tag deutlich. Das berichtet ntv.

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Der Gini-Koeffizient erreichte 2022 mit 0,310 einen Rekordwert. 2010 lag er noch bei 0,282. Schon kleine Ausschläge wirken laut WSI stark, weil sie die Verteilung von Einkommen und Geld unmittelbar beeinflussen. Wer unten steht, verliert oft schneller den Anschluss.

Studie: Immer mehr Menschen haben weniger Geld

Die Armut nimmt ebenfalls zu. 17,7 Prozent der Haushalte leben inzwischen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Besonders hart trifft es jene, die strenge Armut erleben. Ihr Budget liegt unter der Hälfte des Medianwerts. Für viele reicht das Geld kaum noch für das Nötigste.

Während die Mittelschicht insgesamt stabil bleibt, schrumpft die untere Mitte. Studienautorin Dorothee Spannagel sieht viele Menschen abrutschen. Sie sagt: „dass sich die untere Mitte vor allem verkleinert hat, weil Menschen in Armut abgerutscht sind, weniger, weil sie in die obere Mitte aufgestiegen sind“.

Die Forscher prüften auch, ob die vielen Geflüchteten seit 2015 die Zahlen verzerren. Der Trend zu mehr Ungleichheit zeigt sich jedoch unabhängig davon. Ohne die Daten der Geflüchteten fällt der Anstieg zwar etwas schwächer aus, bleibt aber deutlich. Geld und Chancen verteilen sich also ohnehin zunehmend ungleich.

Vertrauen und finanzielle Freiheit hängen zusammen

Besonders brisant: Wer weniger verdient, vertraut Institutionen wie Polizei oder Gerichten seltener. Menschen unterhalb der Armutsgrenze äußern überdurchschnittlich oft Misstrauen. Auch bei Wahlen zeigt sich der Graben. Viele Betroffene wählen häufiger AfD oder Linke, weil sie sich vom politischen System abgehängt fühlen.

Spannagel warnt: „Steigt die Ungleichheit der Einkommen, steigt gleichzeitig auch die Ungleichverteilung der Teilhabemöglichkeiten“. Sie fordert mehr Qualifizierung, bessere Beratung und eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen und großer Vermögen. Dadurch soll der Staat mehr Geld einnehmen und das Gerechtigkeitsempfinden vieler Bürger stärken.