Die USA drücken nach mehr als dreieinhalb Jahren Krieg in der Ukraine aufs Tempo. Ein 28-Punkte-Plan soll den Frieden bringen, hierfür verlangt Trump heikle Zugeständnisse von Kiew. Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zwar nicht begeistert, signalisiert aber seine Gesprächsbereitschaft.
Für Aktionäre von Rüstungsaktien hat die Formulierung des Plans unmittelbare Auswirkungen, denn die Papiere reagieren sofort. Besonders bei Rheinmetall bröckelt das Vertrauen am Freitag (21. November) deutlich. Anleger fürchten sinkende Bestellungen.
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Der Druck auf die Aktien nahm bereits am Mittwoch, unmittelbar nachdem die US-Initiative publik wurde, zu. Nach einer kurzen Phase der Erholung ging es erneut bergab. Die Vorstellung, dass ein Frieden massive Umsätze kosten könnte, bewegt die Börse stark. Die im Raum stehende Frage, ob Putin überhaupt an einem Frieden interessiert ist, scheint hier keine Rolle zu spielen.
Rheinmetall-Aktie „leidet“ unter Friedensbestrebungen
Selenskyj ist von dem Vorschlag aus Washington zwar nicht begeistert, betont aber dennoch seine Gesprächsbereitschaft. „Wir sind bereit zu klarer und ehrlicher Arbeit – die Ukraine, die USA, unsere Partner in Europa und weltweit.“ Laut seinem Büro soll er bald mit Donald Trump telefonieren, um über die nächsten Schritte zu sprechen.
Die Aktie von Rheinmetall verliert unterdessen zeitweise über sieben Prozent und fällt auf 1.512 Euro zurück. Auch Hensoldt und Renk geraten unter Druck. Dass der Krieg das Geschäft von Rheinmetall antrieb, steht außer Frage. Ein Waffenstillstand könnte besonders den Munitionsbereich bremsen.
Detaillierte Zahlen zu den existierenden Bestellungen gibt es zwar nicht, doch Rheinmetall meldet für 2024 Direktlieferungen im Umfang von 609 Millionen Euro. Dazu kommen Verkäufe im Gesamtwert von 1,3 Milliarden Euro sowie offene Aufträge über 1,7 Milliarden Euro. Insgesamt macht das Ukraine-Geschäft rund 3,5 Prozent der genannten Transaktionen aus.
Stimmung bleibt optimistisch
Aufgrund der Gegebenheiten rechnen Experten aber nicht mit einem sinkenden Verteidigungsbudget. Russland hat zu viel Vertrauen zerstört, sodass eine echte Entspannung keinesfalls zu erwarten ist. Viele NATO-Staaten bauen ihre Arsenale weiter aus – und Rheinmetall ist dabei gefragter denn je.
