Führender FIFA-Funktionär kritisiert Infantino – jetzt ist er seinen Job los

Mitten in der Debatte um milliardenschwere Investorenpläne kommt es beim Weltfußballverband zu einer brisanten Personalentscheidung. Kevin Lamour räumt nun seinen Posten als Betriebsdirektor. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte ein Sprecher: «Die FIFA bestätigt, dass die Arbeitsbeziehung zwischen der FIFA und Kevin Lamour in seiner Funktion als Chief Operating Officer der FIFA am 17. August 2026 beendet wurde».

Über die genauen Gründe für das plötzliche Aus machte der Verband keine weiteren Angaben. Man bedankte sich lediglich für die zweijährige Tätigkeit des Funktionärs. Zuvor war der französisch-schweizerische Staatsbürger seit dem Jahr 2007 für die Europäische Fußball-Union UEFA im Einsatz gewesen, bevor er im November 2024 zur FIFA wechselte.

📌 Die Karriere von Gianni Infantino Jurist statt Ex-Profi: Gianni Infantino studierte Jura in Freiburg, arbeitete zunächst beim International Centre for Sports Studies und kam 2000 zur UEFA. Aufstieg bei der UEFA: 2009 wurde er UEFA-Generalsekretär — und war jahrelang eines der wichtigsten Gesichter hinter Champions League, EM und Verbandsreformen. FIFA-Boss seit 2016: Nach dem Blatter-Beben wurde Infantino am 26. Februar 2016 zum FIFA-Präsidenten gewählt. Macht massiv ausgebaut: Unter Infantino wurde die WM von 32 auf 48 Teams erweitert; 2019 und 2023 wurde er wiedergewählt, aktuell steht die nächste Wahl 2027 im Fokus.

Schwere Vorwürfe gegen die Führungsspitze

Ende Juli war ein Schreiben aufgetaucht, das der US-Nachrichtenagentur Associated Press vorlag. Darin erhob der nun geschasste Direktor schwere Vorwürfe gegen Gianni Infantino. Der Präsident habe die eigenen Mitarbeiter hintergangen, hieß es in dem Dokument. Anstelle von Missachtung und Einschüchterung hätten die Angestellten etwas Besseres verdient.

Auslöser des Streits waren die Pläne der FIFA-Spitze, Anteile an der Weltmeisterschaft für private Geldgeber zu öffnen. Mehrere kontinentale Verbände, darunter auch die UEFA, liefen gegen dieses Vorhaben Sturm. Schließlich rückte der Weltverband von dem lukrativen Projekt wieder ab.

Bereit für die beruflichen Konsequenzen

Trotz des Rückziehers forderte der Betriebsdirektor indirekt weitere Schritte. In seiner Erklärung fand er deutliche Worte: «Nicht nur darf dieses Projekt nicht weitergehen. Aber die Zeit ist nun gekommen, dass sich die politischen Entscheidungsträger im Fußball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen».

Sein berufliches Ende nahm der Funktionär dabei offenbar ganz bewusst in Kauf. Wegen seiner öffentlichen Äußerungen zeigte er sich bereit für einen Rauswurf. «Wenn das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann sei es so», betonte er in seinem Schreiben. Alles zum FIFA-Ruderer um die Privatisierung der WM hier.