Putin lässt neue Waffen präsentieren – „Weder Drohne noch Rakete“

Wladimir Putin sucht neue Abnehmer für russische Rüstungstechnik. Der Kremlchef schickt seine Waffenschmieden dorthin, wo Interesse an Alternativen zu westlichen Systemen besteht. Afrika und der Nahe Osten rücken dabei immer stärker in den Fokus.

Nun nutzte Moskau eine Flugschau in Ägypten für einen großen Auftritt. Präsentiert wurde ein System, das sich bisherigen Kategorien entzieht. Ein Vertreter der russischen Seite fand dafür eine bemerkenswerte Beschreibung.

📌 Weitere Nationen stellten ebenfalls ihre Waffen aus: So präsentierte China unter anderem das Kampfflugzeug J-16. Auch Unternehmen aus der Türkei, den VAE sowie aus Ägypten stellten ihre Objekte vor und warben um Kunden.

Putin lässt neue S-71-Waffen zeigen

Bei der International Air Show and Aerospace Expo in El Alamein zeigte Russland erstmals öffentlich die neuen S-71-Waffen. Sie sind für das Tarnkappenflugzeug Su-57 vorgesehen. Die staatliche Rüstungsexportgesellschaft Rosoboronexport stellte die Modelle S-71M und S-71K aus.

Die Systeme verbinden nach Angaben eines Unternehmensvertreters Eigenschaften von Marschflugkörpern und günstigeren Angriffsdrohnen. „Es ist weder eine Drohne noch eine Rakete, sondern etwas von beidem“, sagte der Vertreter laut „Reuters“. Eingesetzt werden sollen die S-71-Systeme direkt vom Kampfjet aus.

Su-57 feiert Debüt in Afrika

Die Flugschau am Flughafen von El Alamein lief vom 8. bis 10. September. Mehr als 100 Flugzeuge nahmen an den Flugvorführungen und der statischen Ausstellung teil. Für die Su-57 war es das Debüt bei einer afrikanischen Flugschau.

Der Jet gilt laut „Focus“ als russisches Gegenstück zur amerikanischen F-35 Lightning II. Die Exportversion Su-57E war bereits in China, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sehen. Die Ukraine erklärte, 2024 eine Su-57 auf einem russischen Militärflugplatz getroffen zu haben.

Russland: Der Blick auf neue Märkte

Russland will die Veranstaltung als Zugang zu den Märkten in Afrika und im Nahen Osten nutzen. Putin baut damit die Rüstungsdiplomatie in Regionen aus, die für Moskau wirtschaftlich interessant sind. Doch vieles bleibt offen: Denn über die neuen Waffen selbst ist wenig bekannt. Die öffentlich verfügbaren Angaben zu Reichweite, Nutzlast, Steuerung und Einsatzreife sind begrenzt.

Das Fachportal „Defense Security Asia“ beschreibt S-71K und S-71M als mögliche Aufklärungs- und Angriffsplattformen. Zugleich betont das Portal, dass unabhängige Bewertungen ihrer Leistungsfähigkeit kaum möglich sind. Damit bleibt offen, was Putins neue Waffe tatsächlich leistet.

Neben der Su-57 und den S-71-Systemen präsentierten Russland und Putin auch Lösungen zur Drohnenabwehr, Präzisionswaffen sowie weitere unbemannte Systeme. Nach Angaben von „Defense Security Asia“ gehörten dazu unter anderem die Kampfdrohne Lancet-E und das Luftverteidigungssystem Pantsir-SMD-E.