Faktencheck: Merz erhebt den härtesten Vorwurf jemals gegen die AfD – hat er Recht?

„Das Wort ‚Remigration‘“’ ist nichts anderes als ein Synonym für ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe.“ Mit diesen Worten sorgt Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundestag für heftige Reaktionen. Aus der AfD-Fraktion sind empörte Zwischenrufe zu hören, einem Abgeordneten wird nach den vorliegenden Aufnahmen der Vogel gezeigt.

Eine Szene, die für Aufmerksamkeit sorgt. Vor allem, weil der Begriff „Remigration“ inzwischen zu einem zentralen Schlagwort der AfD und der politischen Rechten geworden ist.

📌 Merz und Rückführungen Merz sagte 2025, es gebe nach dem Ende des Bürgerkriegs in Syrien „keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland“. Der Kanzler setzt sich für eine schnellere Abschiebung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht ein. Bei Rückführungen sollen insbesondere ausländische Straftäter im Fokus stehen. Merz sprach 2026 von einer möglichen Rückkehr von rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren, relativierte die Zahl später aber.

Woher kommt der Begriff?

„Remigration“ bezeichnet die Rückkehr von Menschen in ihr Herkunftsland. Politisch wird der Begriff heute allerdings häufig weiter gefasst. Besonders im Umfeld der AfD wird darunter eine umfassende Rückführung von Menschen verstanden, die nach Deutschland eingewandert sind. Dazu gehören ausreisepflichtige Ausländer, es gibt aber auch weitergehende Forderungen, die Menschen mit deutschem Pass und Migrationsgeschichte betreffen.

Bekannt wurde der Begriff insbesondere durch das Treffen rechter Akteure in Potsdam Ende 2023. Der Rechtsextremist Martin Sellner stellte dort ein Konzept vor, das neben der Rückführung ausreisepflichtiger Menschen auch die Ausreise von Menschen mit Migrationsgeschichte thematisierte.

Die Migrationspolitik von Merz

Friedrich Merz vertritt selbst seit längerem einen deutlich härteren Kurs bei Migration und Rückführungen. Besonders deutlich wurde das bei der Debatte über Syrien. Im November 2025 erklärte der Bundeskanzler: „Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland, und deswegen können wir auch mit Rückführungen beginnen.“ Merz sprach sich dafür aus, Abschiebungen nach Syrien schnell wieder aufzunehmen.

Auch 2026 bekräftigte Merz seinen Kurs. Nach einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa sprach er davon, dass langfristig ein großer Teil der in Deutschland lebenden Syrer zurückkehren solle. Dabei stellte er insbesondere die Rückkehr von Menschen ohne Aufenthaltsrecht und von Straftätern in den Mittelpunkt.

Seine jetzige Kritik an der AfD bedeutet daher keine grundsätzliche Absage an Rückführungen.