1:1 in den Niederlanden, 0:1 gegen Griechenland – seinen Start in das Amt des Bundestrainers dürfte Jürgen Klopp sich wohl anders vorgestellt haben. Der Ex-BVB-Coach fährt in diesen Tagen bewusst die Strategie, in den ersten Spielen ein wenig experimentieren zu wollen. Taktisch und mit Blick auf das Personal.
So nominierte er viele Spieler zum ersten Mal. Sein Credo: Er wolle allen deutschen Spielern, allen voran den jungen Akteuren, eine Chance geben. Dies setzt er schon in den ersten Spielen konsequent um. Doch zur Wahrheit gehört: Viele DFB-Neulinge konnten ihre Chance – bis dato – noch nicht nutzen.
📌 Alle DFB-Neulinge im Überblick Hennes Behrens – FC Augsburg Mika Baur – Celtic Glasgow Bambasé Conte – TSG Hoffenheim Yannik Engelhardt – SC Freiburg Younes Ebnoutalib – Eintracht Frankfurt Finn Jeltsch – VfB Stuttgart Vitaly Janelt – FC Brentford Felix Keidel – SV Elversberg Max Rosenfelder – SC Freiburg Derry Scherhant – SC Freiburg Philipp Treu – SC Freiburg
Zwei Gewinner unter Klopp-Debütanten
Zwei Spiele sind gespielt, die Hälfte der ersten Länderspielpause unter Klopp ist vorbei. Für den Großteil des Kader Nummer eins, der eben die Spiele gegen die Niederlande und Griechenland absolvieren durfte, ist nun Schluss. Und mit Blick auf weitere Nominierungen in der Zukunft haben lediglich zwei Spieler ihren Anspruch wirklich untermauern können.
In Kader Nummer eins waren insgesamt sechs Neulinge vertreten. Fünf von ihnen kamen zum Einsatz, nur Max Rosenfelder musste beide Mal die gesamten 90 Minuten von der Bank aus zusehen. Die anderen fünf durften ran. Doch nur zwei Akteure konnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Younes Ebnoutalib zeigte nach seiner frühen Einwechslung gegen die Niederlande einen enorm engagierten Auftritt und war immer wieder an Offensiv-Aktionen beteiligt. Gegen Griechenland durfte er dann starten und war einmal mehr sehr umtriebig. Auch wenn ihn keine Torbeteiligung gelingen wollte, hat er gezeigt, dass er auf weitere Nominierungen hoffen darf.
Hat der DFB mit Treu seinen Rechtsverteidiger gefunden?
Noch besser präsentierte sich Philipp Treu vom SC Freiburg. Der 25-Jährige stand unter besonderer Beobachtung. Denn die Debatte um die Position des Rechtsverteidigers zieht sich nun schon eine ganze Weile durch die jüngere DFB-Vergangenheit. Treu stand gegen die Niederlande gleich in der Startelf und zeigte eine tolle Leistung. Er hat gezeigt, dass es eben doch gute Rechtsverteidiger in Deutschland gibt und der den deutschen Fans noch viel Freude bereiten kann.
Im zweiten Test durfte dann sein Positionskollege Joshua Vagnoman ran, der seine Aufgabe nicht ganz so überzeugend machte wie Treu. Der Freiburger ist einer der großen, wenn nicht sogar der größte Gewinner dieser ersten beiden Spiele. Zusammen mit Ebnoutalb und Yann Bisseck, der schon unter Julian Nagelsmann einmal im DFB-Dress ran durfte, hinterließ er den besten Eindruck. Den anderen Neulingen ist dies nicht wirklich gelungen.
