In Nauen haben Ermittler ein illegales Drogenlabor von bislang kaum gekannter Größe entdeckt – und der Einsatz ist noch lange nicht beendet.
„Wir werden ab morgen mit dem Abtransport der Chemikalien und des Mülls beginnen“, sagte ein Sprecher des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg am Donnerstag. Vorher müsse geklärt werden, welche Substanzen für die Beweisführung wichtig seien und welche entsorgt werden könnten.
Drogenlabor in Brandenburg entdeckt
Das Gelände in einem Industriegebiet im Landkreis Havelland gleicht einem gefährlichen Chemie-Schauplatz: Überall Müll, tonnenweise Substanzen und ein beißender Geruch. Feuerwehr und Zollbeamte arbeiten mit Gasmasken und Schutzanzügen. Wie lange die Arbeiten dauern, ist offen. „Wir stellen uns eventuell auf einen längeren Zeitraum ein“, so der Sprecher.
Bei dem Großeinsatz am Mittwoch waren rund 150 Einsatzkräfte beteiligt. In einer Lagerhalle stießen sie auf etwa 100 Kilogramm fertige Drogen, tonnenweise Chemikalien und mehr als 200.000 Euro in bar. Zwei Verdächtige im Alter von 41 und 50 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie wurde Haftantrag gestellt. Einsatzleiter Henner Grote sagte: „Ich mache die Arbeit seit über 30 Jahren. Ich habe so ein Labor noch nie gehabt.“
„Berlin mit seiner Partyszene ist der Hotspot für aufputschende Drogen“
Laut Zollfahndungsamt handelt es sich bei den sichergestellten Substanzen um 3-CMC und 4-CMC – synthetische Amphetamine, die als Partydrogen gelten. „Man kann sich dieses Labor nicht wie ein Labor in einer Universität vorstellen“, sagte Grote. „Die halbe Halle ist vermüllt, auch Garagen sind betroffen.“
Nach Angaben Grotes nimmt die Zahl solcher Drogenlabore im Berliner Umland zu. „Berlin mit seiner Partyszene ist der Hotspot für aufputschende Drogen“, sagte er. Produzenten verlagerten ihre Labore zunehmend nach Brandenburg – abgeschottet und deutlich günstiger als in der Hauptstadt.
