Farbanschlag-Serie auf beliebte Café-Kette in Berlin

Ein koordinierter Farbanschlag hat in der Nacht zahlreiche Filialen der Kaffeehauskette LAP in Berlin getroffen. In einer offenbar abgestimmten Aktion wurden alle 15 Läden des jungen Start-ups mit roter Farbe beschmiert.

Mitarbeiter fanden am Freitagmorgen, in Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg und Schöneberg überall rot verschmierte Fensterscheiben vor. Die Angriffe sorgen für Bestürzung bei Beschäftigten und Kunden.

Berliner Café-Kette im Visier der Kaffeeszene

Hinter der Aktion stehe laut Angaben der „BZ“ eine anonyme Gruppe, die sich selbst als Kaffeekulturwächter bezeichne und seit einiger Zeit gegen das Unternehmen Stimmung machen soll.

Der Vorwurf lautet, LAP schade alteingesessenen Coffee-Shops durch besonders niedrige Preise und schnelle, appgestützte Bestellabläufe: Ein Espresso kostet 1,50 Euro, ein Cappuccino 2,50 Euro. LAP bietet seine Heißgetränke online zur Abholung an, die kleine Ladenflächen in vielen Trendvierteln nutzt und Personal beschäftigt, das Englisch spricht.

Das Unternehmen wurde 2023 von Ralph Hage und Tonalli Arreola gegründet und expandierte rasch mithilfe internationaler Investoren. Bis August waren bereits 15 Filialen in Berlin eröffnet, dazu Standorte in Hamburg und München. Die Strategie, mit minimalem Platzbedarf präsent zu sein, hat das Stadtbild verändert und Kritik ebenso wie Zuspruch hervorgerufen.

„Wir wissen, dass Teile dieser Gruppe organisiert sind“

Geschäftsführer Hage äußerte sich gegenüber der „BZ“: „Dialog hat Vorrang. Wir wissen, dass Teile dieser Gruppe organisiert sind, darunter Personen aus der Kaffeeszene. Wir haben Hinweise auf einzelne Beteiligte und werden sie zunächst zu einem Gespräch einladen. Falls sie sich trauen.“

LAP steht laut Hage für Dialog. Einige der mutmaßlichen Täter würden ihren Kaffee regelmäßig in den eigenen Stores kaufen. „Wir haben sie im Blick. Sollte sich zeigen, dass Gespräche keinen Sinn ergeben oder die Angriffe anhalten, werden wir die Polizei einschalten“, so Hege.

Die Ermittlungen laufen; die Berliner Café-Kette prüft den Schaden und den Reinigungsaufwand. Betroffene Filialen bleiben voraussichtlich bis Montag vorläufig geschlossen.