Öffentliche Belästigung durch „Pick-Up Artists“: Das sagt die Berliner Polizei

Immer wieder berichten Frauen in Berlin von unangenehmen Begegnungen mit sogenannten „Pick-Up Artists“ – Männern, die im öffentlichen Raum gezielt manipulative Ansprachen trainieren und einsetzen.

Das Ansprechen fremder Personen ist grundsätzlich nicht verboten. Doch was passiert, wenn die Kontaktversuche übergriffig, bedrängend oder wiederholt werden? Die Berliner Polizei hat auf Anfrage von BERLIN LIVE erklärt, welche Rechte Betroffene haben und wo sie Unterstützung finden.

Berlin: Wann wird aus Ansprechen eine Straftat?

Laut Polizei kann wiederholtes, als belästigend empfundenes Ansprechen den Anfangsverdacht einer Straftat begründen. Frauen, die sich bedrängt fühlen, sollten daher nicht zögern, die Polizei zu verständigen. Die Einsatzkräfte prüfen vor Ort den Sachverhalt und können weitere Maßnahmen einleiten.

Konkrete Ansprechstellen speziell zum Thema Pick-Up-Artists gibt es bei der Polizei nicht. Dennoch war die Behörde an der Projektgruppe Städtebau und Einbruchschutz beteiligt, die sich auch mit der Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum befasst hat.

Dabei entstand die Präventionskampagne „AnsichtsSache“, die die Bevölkerung für unsichere Situationen sensibilisieren soll. Zusätzlich wurden Prozessstandards für die kooperative Sicherheitsarbeit und ein „Werkzeugkasten“ für Kommunen erarbeitet, um das Sicherheitsgefühl von Frauen zu stärken.

Unterstützung außerhalb der Polizei

Betroffene können sich an die Opferhilfe Berlin e.V. wenden. Dort gibt es Beratungsangebote und in unregelmäßigen Abständen auch Selbstbehauptungskurse, die Frauen im Umgang mit aufdringlichen Ansprachen stärken sollen. Weitere Beratungsstellen sind zudem auf der Internetseite des Landes Berlin zum Thema sexuelle Belästigung gelistet.

Im Ernstfall rät die Polizei , sich klar und laut zu distanzieren, um eine Öffentlichkeit herzustellen. Passantinnen und Passanten sollten aktiv um Unterstützung gebeten werden. Weitere Präventionstipps sind online auf der Seite der Polizei zu finden.

Die Botschaft ist klar: Frauen müssen übergriffiges Verhalten nicht hinnehmen – und sie sind damit nicht allein.