Der Partylärm auf der Berliner Spree sorgt seit Jahren für Diskussionen – besonders in einem Bezirk.
Wie aus Antworten der Berliner Bezirke und des Senats auf eine CDU-Anfrage zur Lärmbilanz der vergangenen beiden Jahre hervorgeht, ist die Belastung hier deutlich höher als in den übrigen Flussbezirken.
Berliner Bezirk leidet unter Partybooten
Während in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg nur bis zu fünf Anzeigen pro Saison registriert wurden, erreichen Treptow-Köpenick regelmäßig zahlreiche Beschwerden.
Vor allem sogenannte Partyboote und -flöße mit fest installierten Beschallungsanlagen stehen im Fokus. Das Ordnungsamt berichtet, dass während der Sommersaison kontinuierlich Meldungen eingehen.
Die Lärmbelästigung auf den Berliner Gewässern habe in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen, heißt es weiter. Die Zahlen unterstreichen diese Entwicklung: In den Jahren 2024 und 2025 wurden insgesamt 37 Anzeigen von Privatpersonen und der Polizei bearbeitet. In 28 Fällen ergingen Bußgeldbescheide – teils über mehrere tausend Euro. Das Amtsgericht Tiergarten stellte sieben Verfahren ein.
Bezirk bewertet Verschärfung der Bußgeldpraxis kritisch
Die Problematik ist nicht neu. Bereits 2021 zeigte eine Umfrage im Bezirk, dass rund 90 Prozent der Befragten eine deutliche Zunahme an Lärm und Rücksichtslosigkeit durch Freizeitboote und Partyschiffe wahrnahmen. Als Reaktion darauf startete Treptow-Köpenick die langfristige Informations- und Akzeptanzkampagne „Du bist nicht alleine auf dem Wasser“. Sie soll auch künftig fortgeführt werden, um auf die gegenseitige Rücksichtnahme auf den Gewässern aufmerksam zu machen.
Andere Bezirke sehen hingegen weniger Handlungsbedarf. Besonders Friedrichshain-Kreuzberg bewertet eine Verschärfung der Bußgeldpraxis kritisch. Ein „repressiver Ansatz im Rahmen bußgeldrechtlicher Sanktionierung“ sei keine zielführende Option, hieß es aus dem Bezirk. Vielmehr setze man auf dialogorientierte Lösungen und Sensibilisierung der Boots-Betreibenden.
Die Debatte zeigt: Während manche Bezirke vergleichsweise wenig betroffen sind, bleibt der Umgang mit lautstarken Partybooten vor allem für Treptow-Köpenick eine fortlaufende Herausforderung.
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