Schwarz-Roter Sparzwang: Müssen Berliner Parks schließen?

Die Grün Berlin GmbH muss künftig mit deutlich weniger Geld auskommen. In den kommenden beiden Jahren bekommt das landeseigene Unternehmen jeweils fünf Millionen Euro weniger für Investitionen – rund ein Drittel weniger als ursprünglich geplant.

Das hat laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ der Ausschuss für Klima- und Umweltschutz im Berliner Abgeordnetenhaus entschieden. Was bedeutet das nun?

Berlin kürzt beim Stadtgrün

Grün Berlin betreut zahlreiche Parks und Freiflächen in der Hauptstadt. Die GmbH soll dafür sorgen, dass Berlin grün, lebenswert und widerstandsfähig gegen den Klimawandel bleibt. Zu ihren bekanntesten Projekten gehören das Schöneberger Südgelände, die Gärten der Welt und der Park am Gleisdreieck.

Auf Anfrage reagierte Grün Berlin zurückhaltend. Man könne die finanziellen Folgen erst einschätzen, wenn der endgültige Landeshaushalt steht, hieß es. Doch eine Vorlage der Umweltverwaltung vom September zeichnet ein düsteres Bild: „Die Schließung von Park- und Anlagenteilen- und/ oder -bereichen soll vermieden werden, ist aber nicht ausgeschlossen.“

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Priorität hätten laut der Vorlage gesetzliche und vertragliche Verpflichtungen. Doch weitere Einsparungen würden spürbare Folgen haben. Die Verwaltung warnt, dass Klimaanpassung, Sicherheit und Qualität in den Parks unter den Kürzungen leiden könnten. Selbst der Wachschutz und einfache Serviceleistungen wären dann nicht mehr überall gewährleistet.

Berlin spart beim Klimaschutz

Zu den Flächen, die Grün Berlin betreut, gehören auch der Britzer Garten und das Tempelhofer Feld. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einem neuen Großprojekt: einem klimaresilienten Freiraum zwischen dem Fernsehturm am Alexanderplatz und der Spree.

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Warum die Koalition kürzt, bleibt unklar. In der Begründung des Änderungsantrags steht lediglich ein Wort: „Gegenfinanzierung“. Für die Initiative „Offene Mitte Berlin“ ist das ein fatales Signal. Die Gruppe setzt sich genau für die Weiterentwicklung dieses Freiraums ein – und reagiert empört: „Deutlicher kann die Koalition ihr Desinteresse an Klimaanpassungsmaßnahmen kaum zeigen.“

Die Initiative nennt die Kürzungen „verantwortungslos“. Angesichts der Klimakrise könne sich Berlin solche Einschnitte nicht leisten. Schon im November 2024 hatte das Abgeordnetenhaus den Etat um zehn Millionen Euro pro Jahr gekappt. Die Initiative befürchtet, dass Klimaanpassungsprojekte den Kürzungen zum Opfer fallen.

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