Druck auf Berliner Museum nimmt zu – Direktorin hat klare Meinung

Sie gilt als das bekannteste Ausstellungsstück im Neuen Museum in Berlin: die Büste der Nofretete. Seit mehr als 100 Jahren befindet sich das weltberühmte Kunstwerk in der Hauptstadt.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob die Büste nach Ägypten zurückkehren soll. Mit der Fertigstellung des neuen Museums in Gizeh ist diese Debatte erneut aufgeflammt. Doch wie sieht die Museumsdirektorin die Situation?

Nofretete nicht rechtmäßig im Neuen Museum in Berlin?

Zahlreiche Archäologen, darunter Monica Hanna, fordern schon lange, die Nofretete müsse an den Nil zurückkehren. Der Vorwurf lautet, der deutsche Ausgräber Ludwig Borchardt habe bei der Fundteilung betrogen. Dadurch sei die Büste unrechtmäßig nach Europa und schließlich nach Berlin gelangt. Das Neue Museum, in dem die Büste ausgestellt ist, sowie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz widersprechen dieser Darstellung.

„Nach den uns vorliegenden Dokumenten ist die Rechtmäßigkeit des Teilungsvorgangs bestätigt“, sagte Friederike Seyfried, Direktorin des Neuen Museums Berlin, auf Anfrage des „Spiegel“. Auch Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, teilt diese Einschätzung. „Die Dokumente belegen eindeutig, dass Nofretete im Zuge der Fundteilung rechtmäßig der Berliner Seite zugesprochen wurde“, erklärte er.

Museumsleiterin weist Anschuldigungen zurück

Zudem weist Parzinger die Behauptung zurück, Ägypten habe versucht, die Büste offiziell zurückzufordern. „Es hat bislang keine offizielle Rückgabeforderung Ägyptens an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz direkt oder über das Auswärtige Amt gegeben“, heißt es.

Wie es mit der Nofretete weitergeht, ist weiterhin offen. Für Direktorin Seyfried steht jedoch fest, dass die Büste rechtmäßig in Deutschland ist. Außerdem sei ein Transport nach Ägypten aufgrund ihres empfindlichen Zustands nicht möglich. Die Büste befindet sich seit 1913 in Berlin und wird seit 2009 im Neuen Museum präsentiert.