Bald das Aus für alle dm-Filialen? Firmenboss: „Ist möglich“

Drogeriemärkte haben in Deutschland einen hohen Stellenwert. Sie bündeln in ihrem Angebot viele Dinge des täglichen Bedarfs und werden von den Kunden regelmäßig angesteuert. dm-Chef Christoph Werner muss sich allerdings auch mit der Zukunft des Einzelhandels befassen.

Und die findet immer weniger in der analogen Welt statt. In den Innenstädten deutscher Klein- und Mittelstädte ist dieser Prozess schon seit Langem zu beobachten. Die Online-Konkurrenz wächst – und auch die Drogerien könnten davon betroffen sein.

dm-Boss findet klare Worte

Die allermeisten Menschen genießen den Wert von Drogerie-Filialen ums Eck noch sehr. Gerade, wenn man etwas direkt braucht, geht man eben einfach schnell vorbei. Oder man erledigt auf dem Heimweg noch ein paar dringende Einkäufe für Küche oder Bad. Im Gespräch mit der „Welt“ zeigt sich Werner aber auch für eine Zeit ohne physische Filialen offen.

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„Solche Szenarien sind möglich“, sagt Werner etwa zu Szenarien, in denen digitale Agenten die Einkäufe für die Kunden planen und durchführen. Mit solchen technischen Unterstützern müssten die Verbraucher gar nicht selbst in die Filialen gehen, weil die Vorräte durch die aufmerksamen Agenten nie zur Neige gingen. Es würde gleichzeitig wohl das Aus für alle dm-Filialen bedeuten.

Drei Konstanten des Einzelhandels

„Wichtig für unsere Investitionsentscheidungen ist aber vor allem das, was sich nicht ändert“, fügt der dm-Chef hinzu. Im Einzelhandel gebe es drei Konstanten, an denen auch kein technischer Fortschritt etwas ändere: „Menschen wollen Auswahl, sie wollen schnellen Zugang zu Produkten und sie wollen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Die Kunden zu halten, sei also weniger eine Frage der Software: „Wenn wir in diesen drei Bereichen innovativ sind, werden auch die Agenten bei uns einkaufen.“