Ein Ausflug in den niederländischen Supermarkt beginnt für viele NRW-Bewohner mit einem Stirnrunzeln. Zwischen Käseregalen und Tiefkühltruhen liegen dort Produkte, die es diesseits der Grenze schlicht nicht gibt. Schokostreusel fürs Frühstücksbrot, literweise Lakritz und eine Erdnusscreme mit dem merkwürdigen Namen „Käse“ gehören für Niederländer zum Alltag. Wer das zum ersten Mal sieht, hält es oft für einen Scherz.
Für viele Deutsche wirkt dieser erste Kontakt wie ein kleiner kulinarischer Kulturschock. Manche Produkte klingen fremd, manche schmecken beim ersten Bissen sogar richtig gewöhnungsbedürftig. Doch genau das macht für einige NRW-Urlauber den Reiz des Grenzausflugs aus. Wer sich einmal durchprobiert, versteht schnell, warum Niederländer an diesen Klassikern festhalten.
Warum ist Hagelslag fürs Frühstück so gewöhnungsbedürftig?
Ganz oben auf der Liste der Kuriositäten steht Hagelslag. Kleine Schokoladenstäbchen wandern in den Niederlanden aufs Butterbrot und gelten dort als vollwertiges Frühstück. In Deutschland kennt man das Streugut höchstens von der Kuchendekoration, nicht vom Pausenbrot.
Ganze Supermarktregale sind ausschließlich diesem süßen Brotbelag gewidmet, wie die Reiseseite „Verrückt nach Holland“ berichtet. Neben klassischer Zartbitterschokolade gibt es Vlokken, größere Schokoflocken, und Muisjes, angezuckerte Anissamen. Für NRW-Besucher ist allein die Regalbreite eine kleine Sensation, bevor sie überhaupt probiert haben.
Wieso lieben Niederländer literweise Lakritz?
Kaum weniger überraschend fällt die Lakritzauswahl aus. Drop, wie die Süßigkeit auf Niederländisch heißt, gibt es süß, salzig, doppelt salzig oder mit Ammoniumchlorid, besser bekannt als Salmiak. Wer die salzige Variante zum ersten Mal probiert, verzieht als Deutscher meist sichtlich das Gesicht.
Für Niederländer gehört genau dieser intensive Geschmack zum Kindheitsgefühl dazu. An keinem anderen Ort der Welt wird die Lakritze so gern verzehrt wie in den Niederlanden. Was NRW-Kunden zunächst fies finden, entpuppt sich beim zweiten Bissen oft als spannende Entdeckung.
Was hat es mit Erdnusscreme als „Käse“ auf sich?
Ein weiterer Klassiker sorgt schon beim Namen für Verwirrung. Pindakaas, wörtlich übersetzt Erdnusskäse, ist schlicht Erdnussbutter. Der ungewöhnliche Name entstand, weil der Begriff Butter in den Niederlanden gesetzlich geschützt ist und ausschließlich für Milchprodukte gilt.
Die Industrie musste sich bei der Markteinführung also etwas anderes einfallen lassen. Heute gibt es Pindakaas in Geschmacksrichtungen von Meersalz über Karamell bis Kaffee. Wer den Namen zunächst befremdlich findet, greift beim Frühstück trotzdem gerne zu, sobald der erste Löffel probiert ist.
Welche Snacks locken NRW-Kunden in den Supermarkt?
Auch der Tiefkühlbereich hält Überraschungen bereit. Dort stapelt sich eine riesige Auswahl an Frittier- und Airfryer-Artikeln: Frikandel, eine würzige Fleischrolle, Bitterballen, frittierte Ragout-Bällchen, und Kaassoufflé mit geschmolzenem Käse. Wer keine Fleischvariante mag, findet inzwischen auch Käse- oder Gemüseversionen im Kühlregal.
Beim Nachtisch gehen die Niederlande ebenfalls eigene Wege. Vla, ein dickflüssiger Milchpudding, landet oft auf dem Tisch, dazu kommen Stroopwafels mit Karamellsirup-Füllung. Viele NRW-Besucher stehen am Ende mit einem prall gefüllten Einkaufswagen an der Kasse, obwohl sie eigentlich nur schauen wollten.
Lohnt sich der Grenzausflug für den Geldbeutel?
Neben der ungewohnten Küche lockt für viele NRW-Kunden noch ein anderer Grund über die Grenze: der Preis. Ganz automatisch günstiger ist der Einkauf inzwischen aber nicht mehr überall. Bei Discountern wie Aldi und Lidl bleibt der Vorteil am ehesten spürbar, während sich die Preise bei Vollsortimentern wie Albert Heijn und Jumbo kaum noch vom deutschen Niveau unterscheiden.
Wirklich lohnt sich der Trip vor allem bei rezeptfreien Medikamenten und bestimmten Kaffeesorten, die in Grenzmärkten deutlich billiger angeboten werden. Wer gezielt nach solchen Schnäppchen sucht statt den kompletten Wocheneinkauf zu verlagern, fährt am Ende besser. Die exotischen Produkte im Regal bleiben trotzdem der eigentliche Grund, warum sich der Ausflug für viele NRW-Fans immer wieder lohnt.
