2009 gewann sie „Germany’s Next Topmodel“, heute ist Sara Nuru (36) weit mehr als ein bekanntes Gesicht aus der Modewelt. Die Unternehmerin, Mutter und Aktivistin engagiert sich mit ihrem Social Business „nuruCoffee“ für fairen Handel und Frauenförderung in Äthiopien. Im Gespräch mit „Bunte.de“ spricht sie offen über Mut, Geld und darüber, warum Schweigen Frauen klein hält.
In Offenburg traf Nuru kürzlich auf Elisabeth Burda Furtwängler (33), Enkelin der legendären Verlegerin Aenne Burda (†96). In deren Format „Unfiltered“ wurden die Lebensgeschichten beider Frauen gegenübergestellt – zwei Generationen, vereint durch den Wunsch nach Selbstbestimmung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit!
„GNTM“-Star Sara Nuru – Vom Model zur Unternehmerin
Nach ihrem Sieg bei Heidi Klum stand Nuru plötzlich im Rampenlicht – mit Chancen, aber auch mit Erwartungen. „Ich habe gemerkt, dass mich das reine Modeln nicht erfüllt. Ich wollte etwas tun, das über mich selbst hinausgeht“, sagt sie. Der Weg zur Unternehmerin sei von Mut geprägt gewesen: „Mut bedeutet, Dinge zu tun, obwohl man Angst hat – mit dem Vertrauen, dass sie einen näher zu sich selbst bringen.“
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Heute unterstützt sie mit „nuruCoffee“ Frauen in Äthiopien durch Mikrokredite, die ihnen helfen, kleine Unternehmen aufzubauen – von Schneidereien bis zu Cafés. „Es geht nicht um Almosen, sondern um Chancen auf Augenhöhe“, betont Nuru. Die Frauen hätten ihr gezeigt, was echte Stärke bedeutet und dass Empowerment vor allem durch gegenseitige Unterstützung wächst.
Geld sollte kein Tabuthema sein
Offen spricht Nuru über ein Thema, das viele noch scheuen: Geld. „Schweigen hält uns klein“, sagt sie klar. „Wenn wir lernen, Geld bewusst zu nutzen, können wir viel bewegen.“ Finanzielle Unabhängigkeit sei für sie eine Form von Freiheit – ein Tabu, das Frauen dringend brechen sollten.
Auch ihr eigenes Verhältnis zu Geld hat sich verändert. „Früher war es etwas Abstraktes. Heute sehe ich es als Energie, die wirken kann“, erklärt sie. Sie plane bewusster, investiere langfristig und setze auf Nachhaltigkeit. Für ihre Kinder legt sie bereits seit der Geburt Geld zurück, wichtiger als finanzielle Vorsorge sei ihr jedoch, „ihnen Werte mitzugeben – Verantwortung, Achtsamkeit und Selbstvertrauen“.
Zwischen Modelbusiness, Unternehmertum und Muttersein sucht Sara Nuru die Balance. „Es geht nicht darum, alles gleichzeitig zu schaffen, sondern Prioritäten zu setzen“, sagt sie. Ihr Rat an Mütter, die selbst gründen wollen: „Fang an – auch wenn nicht alles perfekt ist. Erfolg definiert sich nicht durch andere, sondern durch dich selbst.“
Eine Inspiration bleibt für sie Aenne Burda, die in den 1950er-Jahren Frauen neue Freiräume eröffnete. „Aenne erinnert mich an viele starke Frauen, die mich geprägt haben – meine Mutter, meine Großmutter, die Frauen in Äthiopien. Sie alle gingen ihren Weg mit Mut und Liebe, ohne laut zu sein.“ Für Sara Nuru ist genau das der Schlüssel zu echter Stärke: „Authentisch zu leben, unabhängig von äußeren Erwartungen – das ist mein Ziel und mein größtes Geschenk an meine Kinder.“
