Die Ausschreitungen beim Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (2:1) sorgten für Entsetzen. Gladbach-Anhänger zerstörten auf dem Oberrang der Nordtribüne eine Sicherheitsscheibe und feuerten mehrere Raketen in Richtung der Zuschauer. Sechs Menschen wurden verletzt, darunter ein Kind.
Am Samstag (15.30 Uhr) steht mit Köln – Schalke der nächste brisante Bundesliga-Klassiker an. Zuletzt gastierten die Königsblauen im August 2022 in Müngersdorf. Heute wie damals beschäftigt viele Fans vor allem eine Frage: Wie sicher ist der Stadionbesuch?
📌 Fakten zum Spiel Anstoß: Samstag, um 15.30 Uhr Bilanz nach dem Derby gegen Gladbach: Sechs Verletzte, darunter ein Kind Sicherheitsmaßnahmen: Ersetzte Trennscheibe, zusätzliches Personal und laufende Ermittlungen
Köln – Schalke: Große Sorge vor Ausschreitungen
Die beim Derby zerstörte Trennscheibe aus Sicherheitsglas wurde inzwischen ersetzt. Gladbach-Chaoten hatten sie mit einem Nothammer zerschlagen. Einen solchen Vorfall hatte es im Kölner Stadion zuvor noch nie gegeben.
Nach Informationen der „Bild“ verstärkt der FC den Schutz des Trennbereichs zwischen den Fanlagern auf der Nordtribüne mit zusätzlichem Sicherheitspersonal. Außerdem prüft der Verein bauliche Veränderungen, die künftig für mehr Sicherheit sorgen könnten. Für das Duell Köln – Schalke kommen diese Maßnahmen allerdings zu spät.
Auch die Reaktionszeit der Polizei steht im Fokus. Bei den Derby-Ausschreitungen dauerte es knapp fünf Minuten, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren und die Situation beruhigten. Die Partie musste damals sogar für rund zwei Minuten unterbrochen werden.
Beim Klassiker Köln – Schalke soll die Polizei im Ernstfall schneller eingreifen können. Doch eine weitere Frage bleibt offen: Wie lässt sich verhindern, dass gefährliche Pyrotechnik ins Stadion gelangt?
Hohe Gefahr durch Mini-Raketen
Der FC setzt inzwischen auf mehr Personal bei den Einlasskontrollen. Die Mitarbeiter sollen zudem genauer hinsehen. Ob das ausreicht, ist fraglich. Im Internet kursieren Videos, die zeigen, wie sich aus zwei kleinen Bauteilen Mini-Raketen herstellen lassen.
Nach „BILD“-Informationen wurden beim Derby genau solche Geschosse eingesetzt. Eine Person soll vier Raketen abgefeuert haben. Hochauflösende Stadionaufnahmen sollen die Vorfälle dokumentieren. So sollen etwaige Ausschreitungen gegen Schalke verhindert werden.
Die Aufarbeitung der Randale läuft bereits. Der FC erklärte auf BILD-Nachfrage: „Der Gästebereich wird permanent per Video überwacht. Das Material liegt vor, die Polizei, der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach werten es parallel aus. Erste Tatverdächtige sind identifiziert, beide Vereine haben ein konsequentes Vorgehen zugesagt. Verletzte Mitarbeiter des Ordnungsdienstes haben auf Rat der Polizei Anzeige erstattet.“
Besonders betroffen zeigt sich der Verein wegen der verletzlichen Zuschauer im Gefahrenbereich. „Hinter der durchbrochenen Sektorentrennung im Oberrang Nord saßen überwiegend FC-Fans, darunter Familien mit Kindern. Dass sie das Stadion an diesem Tag mit Angst verlassen haben, ist das, was uns seit dem Derby am meisten beschäftigt, und wofür wir uns weiterhin nur entschuldigen können. Der Schutz dieses Bereichs und die Ermittlung der Täter stehen im Mittelpunkt der Aufarbeitung.“
