Fast ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes sitzt Dorina Lange weiter im Gerichtssaal. Dort begegnet die 32-Jährige immer wieder der Frau, die Fabian getötet haben soll. Besonders schwer wiegt für sie, dass Fabians Vater inzwischen wieder mit der Angeklagten zusammen ist.
Im Interview mit dem „Stern“ spricht Lange über ihre Trauer und die letzten Stunden mit ihrem Sohn. Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow. Vier Tage später fanden Ermittler die Leiche des Achtjährigen an einem abgelegenen Gewässer.
📌 Das war Fabian (†8) Fabian wurde acht Jahre alt. Er lebte mit seiner Mutter in Güstrow. Seine Mutter beschreibt ihn als besonders empathisch und herzlich. Fabian liebte Fußball und Traktoren. Am 3. November 2025 wurde er beigesetzt.
Fabians letzte Worte an seine Mutter
An den Morgen seines Verschwindens erinnert sich Dorina Lange bis heute genau. Bevor sie zur Arbeit ging, verabschiedete sich ihr Sohn mit den Worten: „Hab dich lieb, Mama. Bis später.“ Es war das letzte Mal, dass sie Fabian lebend sah. Als sie später zurückkehrte, war er verschwunden.
Die Ermittlungen endeten wenige Tage später mit einer Nachricht, die für die Mutter alles veränderte. Fabian war gewaltsam ums Leben gekommen. Nach den Ermittlungsergebnissen erlitt der Junge sechs Messerstiche. Anschließend wurde sein Körper mit Grillanzünder übergossen und angezündet.
Angeklagte bestreitet den Mordvorwurf
Seit Ende April muss sich Gina H. vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian ermordet zu haben. Die Angeklagte weist die Vorwürfe zurück. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für sie die Unschuldsvermutung.
Dorina Lange verfolgt nahezu jeden Verhandlungstag. Sie beschreibt Fabian laut „Stern“ als ihren „Sonnenschein“ und als besonders einfühlsames Kind. Ihr Sohn habe ein großes Herz gehabt. Im Gericht will sie nun erfahren, was in den Stunden vor seinem Tod tatsächlich geschah.
Fabians Vater sorgt für neuen Schmerz
Zusätzlich belastet Lange das Verhalten ihres früheren Partners. Matthias R. ist Fabians Vater und war mehrere Jahre mit Gina H. liiert. Kurz vor dem Verschwinden des Jungen soll diese Beziehung beendet gewesen sein. Inzwischen haben die beiden nach Angaben aus dem Verfahren wieder zueinandergefunden.
Vor Gericht stellte sich Matthias R. hinter seine Partnerin und erklärte, er halte sie für unschuldig. Für Fabians Mutter ist diese Haltung schwer auszuhalten. Über ihren Ex-Partner sagt sie im Interview einen bitteren Satz: „Er hat Fabi ein zweites Mal sterben lassen.“
Mutter fordert lebenslange Haft
Dorina Lange selbst zweifelt nach eigener Aussage nicht daran, wer für den Tod ihres Sohnes verantwortlich ist. Sie hält Gina H. für die Täterin und wünscht sich eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ihre Forderung ist eindeutig: „Ich will, dass sie nie wieder in Freiheit lebt.“
Dabei weiß die Mutter, dass kein Urteil ihren Sohn zurückbringen kann. Im Prozess hofft sie dennoch auf Antworten und Gerechtigkeit. Am Ende entscheidet allein das Gericht, ob sich der Mordvorwurf gegen Gina H. beweisen lässt. Für Dorina Lange bleibt währenddessen vor allem die Erinnerung an Fabis letztes „Bis später“.
