Howard Carpendale steht seit sechs Jahrzehnten auf großen Bühnen. Er sang über Liebe, Schmerz und Sehnsucht. Doch über ein Kapitel aus seiner Kindheit schwieg er immer. Nun bricht der Schlagerstar dieses Schweigen in seiner neuen Autobiografie „Unerwartet“.
Die „Bild“ zitiert vorab aus dem Buch, das am 26. November erscheint. Carpendale berichtet dort von einem Missbrauch, den er als Zehnjähriger erlebte. Seine Familie lebte damals in Südafrika. Ein Bekannter seines Vaters nutzte diese Nähe aus und verletzte den Jungen tief.
Howard Carpendale spricht über Missbrauch
Der Matrose Archie fragte seine Eltern, ob er Howard ins Kino begleiten dürfe. Die Eltern stimmten zu. Auf dem Heimweg kam es zu dem Moment, der Howard bis heute verfolgt. Er beschreibt ihn mit klaren Worten. Er schreibt: „Mit seiner riesigen Hand greift er nach meinem linken Knie. Er tätschelt es. Und lacht, ein heiseres Lachen. Seine Hand streift mein Bein hinauf, immer höher. Ich erstarre.“
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Der Matrose ließ irgendwann von ihm ab und brachte ihn nach Hause. Doch er kam zurück. Howard schreibt, dass Archie ihn zwei weitere Male mit in den Park nahm. Erst nach der Abreise des Mannes suchte der Junge das Gespräch mit seinen Eltern. Doch die Familie schwieg über das Geschehene.
„Er hätte mich umbringen können“
Carpendale versteht diese Reaktion heute nicht mehr. Er schreibt: „Über Sexualität sprach man nicht. Homosexualität und Pädophilie waren ein noch größeres Tabu. Und doch tut es weh, und ich würde meine Eltern gern fragen. Wie konntet ihr DAS zulassen?“ Er betont jedoch auch seine Dankbarkeit.
Er schreibt, dass er ihnen auch keinen Vorwurf machen wolle, „zumal sie längst tot sind. Ich möchte auch nicht an ihnen zweifeln, sie haben immer gut für mich gesorgt“, zitiert die „Bild“ weiter.
Heute blickt Howard mit der Erfahrung eines erwachsenen Mannes auf diese Zeit. „Dieser Mann hätte sonst etwas mit mir anstellen können. Er hätte mich umbringen können“, schreibt er. Der Sänger erklärt, dass er als Vater völlig anders gehandelt hätte. Er sagt klar: „Nirgendwohin. Auf gar keinen Fall.“
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