Am Dienstagabend war es wieder so weit! Laternen leuchten, Kita-Kinder singen schief und süß (teilweise die Eltern sogar auch) – am 11. November wird St. Martin gefeiert. Genau, der Kerl, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat. Eine barmherzige Tat – aber deswegen der ganze Hype?
Mancher denkt vielleicht insgeheim: Ich habe doch auch schon mal was gespendet, so grandios ist es nun auch wieder nicht …
Viele kennen nicht die ganze Geschichte um St. Martin
In vielen Kindergärten heißt die Feier sowieso längst nur Laternenfest. Die Kinder trällern: „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne. Brenne auf, mein Licht, brenne auf, mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht.“
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Tatsächlich aber geht es eigentlich an diesem Tag um den Heiligen Martin, also um die Legende über den Ritter, der mit seinem Schwert den Mantel teilt, um in einer eiskalten Winternacht einen armen Mann zu retten. Was viele nicht wissen: Die Geschichte geht weiter.
Martin von Tours lebte von etwa 316 bis 397. Er war zunächst ein römischer Soldat, der in der Nacht nach seiner edlen Tat einen Traum gehabt haben soll, der sein Leben veränderte. Ihm sei Jesus Christus erschienen, der ihm gesagt habe: „Was ihr dem Geringsten tut, das habt ihr mir getan.
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Und dann spielen Gänse noch eine Rolle
Beflügelt von dieser Vision und der Nächstenliebe ließ sich Martin taufen, wurde Mönch und später sogar Bischof. Weil er dieses Amt aber erst nicht antreten wollte, versteckte er sich in einem Gänsestall. Die schnatternden Tiere verrieten allerdings sein Versteck und Martin flog auf! Daher haben auch Gänse etwas mit dieser Tradition zu tun, vor allem in Form eines beliebten Hefeteiggebäcks.
Es geht nicht nur um die eine gute Tat
Der 11. November gilt als sein Sterbetag und wurde dann in der Kirche zu seinem Gedenktag. Im Mittelalter wurde der Heilige extrem populär und der Kult um ihn nahm richtig Fahrt auf.
Es war also nicht nur diese eine gute Tat, der geteilt Mantel, sondern der Soldat schmiss danach sein ganzes Leben über den Haufen.
