Kurz nach den Sommerferien erschüttert eine brutale Gewalttat eine schwedische Schule. In Fagersta nordwestlich von Stockholm hat ein Täter mindestens zwei Menschen mit einem Schwert verletzt. Der mutmaßliche Angreifer befindet sich laut Kommune bereits in Polizeigewahrsam.
Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen Mann handeln. Boulevardmedien berichten, dass Beamte dem Täter bei dem Zugriff ins Bein geschossen haben. Für die Allgemeinheit bestehe mittlerweile keine Gefahr mehr. Rund 500 Schüler besuchen die betroffene Einrichtung.
📌 Was bedeutet Polizeigewahrsam? Polizeigewahrsam bedeutet den zeitweisen, staatlichen Entzug der Bewegungsfreiheit einer Person durch die Polizei zum Zweck der Gefahrenabwehr oder zur Sicherung der Strafverfolgung. Es handelt sich um eine schwerwiegende Standardmaßnahme des Polizeirechts. Betroffene werden auch in einer Zelle festgehalten.
Dramatische Szenen im Schulgebäude
Über die genaue Anzahl der Verletzten herrschte am frühen Freitagabend (21. August) noch Unklarheit. Jonas Cederberg, Gesundheitsdirektor der Region Västmanland, bestätigte jedoch erste Details. „Wir haben zwei Schwerverletzte aufgenommen“, erklärte er dem schwedischen Rundfunk. Eine dritte Person sei noch auf dem Weg in die Klinik.
Ein Schüler schilderte im Fernsehen, wie der Angreifer einem Mitschüler direkt in den Arm stach. „Sein ganzer Arm war voller Blut, er sagte: Ruft die Polizei! Ruft die Polizei!“, berichtete der Augenzeuge. Daraufhin seien alle in Panik davongerannt. Ein anderer Jugendlicher ergänzte: „Ich fühle mich nicht sicher und ich bin traurig.“
Großeinsatz und weinende Eltern
Um 14 Uhr ging der Notruf bei den Behörden ein. Wenig später kreiste ein Hubschrauber über dem Tatort, während mehrere Rettungswagen vorfuhren. Beamte durchsuchten das Gebäude, befragten Zeugen und sicherten Spuren. „Wir werden auch prüfen, ob es möglicherweise Kameraaufnahmen gibt, die für die Ermittlungen hilfreich sein könnten“, teilte ein Polizeisprecher mit.
Stundenlang durften die verbliebenen Kinder das Gebäude nach der Tat nicht verlassen. Draußen auf dem Schulhof warteten besorgte Eltern, laut dem Sender SVT flossen dabei auch Tränen. „Man ist unruhig“, beschrieb eine Frau die angespannte Situation. Ihre Tochter müsse drinnen ausharren und habe große Angst.
Reaktionen aus der Politik
Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson betonte per SMS an SVT, dass die Hintergründe noch unklar seien, «aber wir wissen, dass die Polizei sehr intensiv arbeitet». Justizminister Gunnar Strömmer erklärte kurz darauf: „Die Regierung steht in engem Kontakt mit der Polizei und verfolgt die Entwicklungen laufend.“
Auch die Chefin der Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, meldete sich auf der Plattform X zu Wort. „Schreckliche Nachrichten aus Fagersta. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und allen, die davon berührt sind“, schrieb sie. Ganz Schweden stehe in dieser schweren Stunde an der Seite der Stadt.
