Polizisten, Lehrkräfte, Erziehende und weitere 1,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder stehen im Zentrum eines neuen Tarifstreits. Die Gewerkschaften verdi und der Deutsche Beamtenbund (dbb) verlangen eine siebenprozentige Gehaltserhöhung, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat für die Beschäftigten.
Für Nachwuchskräfte soll es zusätzlich 200 Euro mehr geben – verbunden mit der Forderung einer unbefristeten Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung.
Tarifstreit: Debatte um Gehälter und Fachkräftemangel
Die Gewerkschaften sehen dringenden Handlungsbedarf. Laut verdi-Chef Frank Werneke habe der Bund durch die Steuerschätzung finanzielle Spielräume, die sich auch in den Gehältern spiegeln müssten. „Der öffentliche Dienst steht im Wettbewerb um die besten Fachkräfte – bei zugleich mehreren Hunderttausend unbesetzten Stellen“, betonte er. Da bereits über 600.000 Stellen in Behörden, Kitas, Schulen und Kliniken nicht besetzt seien, müsse der Staat attraktiver werden.
+++ Dienen und verdienen: DAS verdienst du bei der Bundeswehr +++
Der öffentliche Dienst wird laut einer Umfrage von 73 Prozent der Bürger als überfordert wahrgenommen. Volker Geyer, Vorsitzender des dbb, fordert daher, den Tarifstreit ernst zu nehmen. „Vernachlässigte Straßen, Pflegenotstand und Unterrichtsausfall haben eine gemeinsame Ursache: fehlendes Personal.“ Die Lücke von 600.000 Stellen zeigt, wie dringend die Reform des öffentlichen Dienstes gebraucht wird, so Geyer weiter.
Tarifstreit: Forderungen stoßen auf Widerstand
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), lehnt die Forderungen der Gewerkschaften ab. Er bezeichnet die Gehaltserhöhung als „überzogen“ und nicht finanzierbar. „Bei einer Inflationsrate von zwei Prozent ist diese Forderung völlig unrealistisch“, erklärte der SPD-Politiker und verwies darauf, dass unerfüllte Erwartungen bei den Beschäftigten schließlich nur zu Enttäuschungen führten.
+++ Gen-Z vs. Vollzeitarbeit: Jetzt sorgt dieses Influencer-Video für Aufsehen +++
Anders sah es im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes auf Bundes- und Kommunalebene aus: Dort wurde bereits im April 2025 eine zweistufige Lohnerhöhung um 5,8 Prozent beschlossen, die über 27 Monate gestaffelt sein wird. Die Gewerkschaften setzen dennoch darauf, dass auch für die Beschäftigten der Länder höhere Gehälter durchgesetzt werden können, um die Attraktivität des Berufsfeldes zu steigern.
Tarifstreit bleibt offen – zäher Start der Verhandlungen
Am 3. Dezember beginnen die Verhandlungen zwischen der TdL und den Gewerkschaften. Doch die Fronten bleiben vorerst verhärtet: Während die Gewerkschaften auf angemessene Lohnerhöhungen drängen, verweist die TdL auf die Belastbarkeit der Länderhaushalte. Das Ziel, den öffentlichen Dienst fit für die Zukunft zu machen, wird durch den Tarifstreit auf die Probe gestellt.
Ob es zu Streiks kommen könnte, ist derzeit noch ungewiss. Immerhin ist klar, dass während der Schlichtung „Friedenspflicht“ herrscht. Während dieser Phase wären keine Streiks zulässig.
Mit Hunderttausenden offenen Stellen und einer steigenden Unzufriedenheit der Bevölkerung steht die Koalition unter Druck. Ob die Gewerkschaften ihre Forderungen durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der Tarifstreit um die Gehälter im öffentlichen Dienst hat das Potenzial, die breite politische Landschaft Deutschlands weiter zu spalten.
Dieser Artikel wurde teils mit maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
