Der Start des Magdeburger Weihnachtsmarkts sorgt im Landtag für ordentlich Wirbel. Das Innenministerium verschickt eine Warnung vor Taschendieben – und viele Politiker fragen sich, ob das wirklich die dringendste Botschaft ist. Die Erinnerung an den Terroranschlag vom 20. Dezember 2024 ist schließlich immer noch präsent. Darüber hat die Bild berichtet.
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Viele Besucher denken sofort an die sechs Toten und mehr als 300 Verletzten. Seit Monaten untersucht ein Ausschuss die Hintergründe. Polizei und Innenministerium betonen dabei immer wieder, nicht für die Terrorabwehr auf dem Weihnachtsmarkt zuständig zu sein. Die Stadt stemmt die Schutzmaßnahmen komplett allein.
Schutzmaßnahme für Weihnachtsmarkt sorgt für Verwunderung
Rund eine halbe Million Euro fließen derzeit in Poller, Security und zusätzliche Technik. Während Magdeburg den Weihnachtsmarkt stark schützt, setzt Innenministerin Tamara Zieschang andere Prioritäten. Sie warnt: „Weihnachtsmärkte und Einkaufsstraßen sind in dieser Zeit besonders belebt. Genau das nutzen Taschendiebe aus.“
Ihr Appell wirkt für viele wie ein falsches Signal. Sie rät Besuchern, Taschen zu schließen und Wertsachen nah am Körper zu tragen. SPD-Mann Rüdiger Erben wundert sich über den Fokus und spricht von einer „sehr erstaunlichen“ Schwerpunktsetzung. Auch andere Parteien reagieren irritiert.
Politiker sehen drängendere Gefahr
Grünen-Politiker Sebastian Striegel findet Taschendiebstahl zwar relevant, sieht jedoch drängendere Gefahren. Eva von Angern von den Linken fordert klarere Verantwortung vom Ministerium. Sie betont, das Land habe „weitaus größere Probleme“ als Langfinger auf dem Weihnachtsmarkt.
FDP-Abgeordneter Andreas Silbersack erinnert daran, wie angespannt die Lage vor einem Jahr war. Viele Menschen seien heute besonders sensibel, vor allem wenn es um Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt geht. Er verlangt daher ein deutlicheres Signal der Landesregierung.
CDU-Mann Chris Schulenburg verteidigt seine Parteifreundin. Die Hinweise seien üblich und sollen vor allem ältere Besucher sensibilisieren. Die AfD dagegen nutzt die Vorlage für scharfe Kritik. Ulrich Siegmund sagt: „Wenn man denkt, es geht nicht mehr absurder, kommt Frau Zieschang um die Ecke und verteilt Tipps zum Schutz vor Kleinkriminalität.“
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