CDU-Politiker Stefan Nacke sorgt mit einem brisanten Vorschlag für Wirbel: Er will den Minijob fast komplett abschaffen! In einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit trifft sein Plan einen empfindlichen Nerv. „Zu viele Menschen stecken in der Minijob-Falle – das dürfen wir nicht länger hinnehmen“, sagte Nacke der Süddeutschen Zeitung.
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Der 49-Jährige, Chef der Arbeitnehmergruppe in der Unionsfraktion, spricht von einem „Systemfehler“. Minijobs sollten wieder „Übergangsformen für Schüler oder Rentner“ sein und nicht Ersatz für reguläre Arbeit. Aus seiner Sicht verdrängen sie Vollzeitstellen und verhindern soziale Absicherung. Unterstützung gibt es unter anderem vom Koalitionspartner.
CDU-Politiker erhält politischen Zuspruch für Minijob-Vorhaben
SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt lobt den CDU-Mann: „Gut, dass endlich auch in der Union ankommt, was viele Beschäftigte seit Jahren erleben: Minijobs sind für zu viele Menschen zur Falle geworden.“ Sie fordert mehr Sicherheit: „Wer arbeitet, muss sozial abgesichert sein – mit echten Rechten, Perspektiven und einer Rente, von der man leben kann.“
Auch Grüne und Linke fühlen sich gehört. Grünen-Arbeitsmarktexperte Armin Grau nennt Nackes Vorschlag in der Bild „eine längst überfällige Korrektur“. Linken-Chefin Ines Schwerdtner bietet sogar eine Zusammenarbeit an: „Wir sind bereit, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Minijobs nicht länger Mittel zur Lohndrückerei und zu Sozialdumping sind.“
Doch beim Mittelstand schrillen die Alarmglocken. CDU-Mittelstandschefin und Parteikollegin Gitta Connemann warnt: „Mittelstand und Mitarbeiter brauchen Minijobs. Das Modell ist attraktiv und unkompliziert.“ Wer sie abschaffen wolle, müsse „sozialversicherungspflichtige Beschäftigung attraktiver machen – für beide Seiten“.
Kritik am Vorschlag: Abwanderung in die Schwarzarbeit möglich
Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) reagiert empört. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth nennt Nackes Plan „in der schwierigen wirtschaftlichen Lage absolut kontraproduktiv“. Im Einzelhandel arbeiteten mehr als 3,1 Millionen Menschen, knapp 800.000 davon in Minijobs. Ohne sie könne der Handel Stoßzeiten nicht „abfedern“.
Der Verband warnt in der Bild: Fiele dieses Arbeitskräftepotenzial weg, wäre der Service „nicht mehr flächendeckend zu allen Zeiten“ möglich. Besonders im Gastgewerbe herrscht Alarmstufe Rot. Dehoga-Geschäftsführerin Sandra Warden sagt: „Minijobs sind aus der Gastwelt nicht wegzudenken.“ Angriffe darauf führten in der Vergangenheit „zum Wegfall solcher Jobs oder zur Abwanderung in die Schwarzarbeit“.
