Die Grünen verschärfen im Streit um die Rente den Ton. Grünen-Co-Chef Felix Banaszak erklärt in der „Bild am Sonntag“, dass seine Partei dem aktuellen Entwurf nicht zustimmen werde. Er hält das Paket „in der Summe für falsch“ und fordert spürbare Änderungen. Für die Merz-Regierung wird der Gegenwind immer stärker.
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Die Fraktion präsentiert nun ein eigenes Konzept. Es soll das Rentenniveau langfristig bei rund 48 Prozent stabilisieren. Die Abgeordneten Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Andreas Audretsch verlangen dafür tiefere Eingriffe in bestehende Regeln und setzen klar auf mehr Arbeit bis zum regulären Rentenalter. Das berichtet t-online.
Grüne: Renten-Vorschlag nicht tragbar
Ein Kernpunkt lautet: weg von der Frühverrentung und von großzügigen Ausstiegsmodellen. Die Grünen argumentieren, dass ein tatsächlicher Verbleib bis zum gesetzlichen Renteneintritt das System entlaste und den Beitragssatz bis 2030 um fast einen Prozentpunkt senken könne. Unternehmen sollen dafür ihre Personalpolitik modernisieren.
Auch die Rolle von Frauen im Arbeitsmarkt müsse verändert werden. Könnten sie so viel arbeiten, wie sie wollen, entstünden laut Grünen rund 800.000 zusätzliche Vollzeitstellen. Diese neue Erwerbstätigkeit stärke die Rente und verteile die Lasten auf mehr Schultern.
„Rente mit 63“ soll abgeschafft werden
Zudem verlangen die Grünen, künftig nicht abgesicherte Selbstständige, neue Beamte und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Die „Rente mit 63“ soll ab 2030 nur noch Menschen helfen, die aus gesundheitlichen Gründen früher aussteigen müssen. So soll das faktische Renteneintrittsalter steigen.
Beim regulären Alter von 67 wollen sie aber bleiben. Gleichzeitig fordern sie Anreize für Menschen, länger zu arbeiten. Die geplante „Aktivrente“ der Regierung kritisieren sie jedoch deutlich und warnen, sie stehe „verfassungsrechtlich auf sehr dünnem Boden“, weil das Alter nicht die Steuerhöhe bestimmen dürfe.
