Der große Gaza-Frieden von US-Präsident Donald Trump steht offenbar auf der Kippe. Interne Regierungsdokumente zeigen, dass hochrangige US-Beamte am Erfolg des Abkommens zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas zweifeln. Das berichtet das Magazin Politico, dem die vertraulichen Unterlagen vorliegen.
+++ Das könnte dich auch interessieren: Venezuela warnt vor Trump-Truppen: Maduro lässt Guerilla-Taktiken trainieren +++
In dem Papier äußern US-Vertreter erhebliche Bedenken an der Umsetzbarkeit zentraler Punkte. Besonders problematisch: Es fehlt ein klarer Plan für die zweite Phase – den Wiederaufbau Gazas nach der Waffenruhe. Viele Beteiligte befürchten, dass ohne stabile Strukturen schnell ein Machtvakuum entsteht.
Trumps Vorhaben in Gaza nicht umsetzbar?
Ein Kernpunkt des Abkommens ist die geplante „International Stabilization Force“ (ISF). Doch diese Truppe existiert bisher nur auf dem Papier. Zahlreiche Staaten wollen sich allenfalls finanziell beteiligen, nicht mit Soldaten. Besonders heikel: Israel lehnt eine Beteiligung der Türkei kategorisch ab – eine zentrale Streitfrage im gesamten Projekt.
Die Dokumente stammen aus einer zweitägigen Konferenz, zu der Generalleutnant Michael Fenzel rund 400 Regierungs- und Militärexperten eingeladen hatte. Neben US-Behörden präsentierte auch das Blair Institute Analysen. Laut deren Einschätzung kontrolliert Israel derzeit 53 Prozent des Gazastreifens – aber 95 Prozent der Bevölkerung leben in Gebieten, die weiterhin von der Hamas beherrscht werden.
Dem Bericht zufolge hat die Hamas bereits rund 7000 neue Kämpfer aufgestellt. Gleichzeitig drängt die Palästinensische Autonomiebehörde auf eine Rückkehr nach Gaza, was Israel strikt ablehnt. Trumps Plan sieht vor, dass die PA erst nach umfangreichen Reformen eingebunden wird – doch Experten halten diese Bedingung für unrealistisch.
Experten warnen vor Sicherheitsvakuum
Trotz aller Zweifel betont die US-Regierung, sie halte an Trumps Initiative fest. Außenminister Marco Rubio nannte den Weg „riskant“, aber zugleich „voller Chancen“. Ein Sprecher des Außenministeriums sprach von „Unkenntnis über die Arbeitsweise des Projekts“ und verteidigte die bisherigen Fortschritte.
Die internen Papiere zeichnen jedoch ein anderes Bild. Sie warnen vor einem Sicherheitsvakuum, chaotischen Hilfslieferungen und der Gefahr, dass die Hamas ihre Macht erneut festigt. Ein US-Beamter sagte zu Politico: „Nach der Waffenruhe hat man sich gefeiert. Aber die harte Arbeit, die wirklich harte Arbeit, kommt erst noch.“
Damit steht Trumps Friedensplan – einst als historischer Durchbruch gefeiert – nur wenige Wochen nach seiner Verkündung schon wieder auf wackeligen Beinen.
Dieser Artikel wurde teils mit maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
