Es ist ein alarmierender „Klimaaufruf“ von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Die Wissenschaftler geben sich höchst besorgt über die neuesten Entwicklungen hinsichtlich des globalen Klimawandels. Am Rande geht es auch um Bedrohungen für die Menschen, die direkt an der Nordsee und Ostsee leben!
So heißt es in dem „Klimaaufruf 2025“, man müsse „den Rückzug aus tieferliegenden Küstenregionen an Nord- und Ostsee diskutieren“. Rund acht Millionen Menschen leben an den deutschen Küsten – wird ein Teil von ihnen irgendwann zu Klimaflüchtlingen?
Klima-Experten: „Wollen keine Angst verbreiten“
Gegenüber „Focus Online“ nehmen Professor Dr. Gunther Seckmeyer sowie Dr. Frank Kaspar Stellung zu dem Aufruf. Sie sind zwei der Autoren des Papieres. Kaspar versichert, dass es nicht das Ziel der Wissenschaftler sei „Angst zu verbreiten“. Man müsse jedoch die Fakten auf den Tisch legen – und die seien „nicht erfreulich“.
So verweist auch Seckmeyer auf die Rekordemissionen von CO2 weltweit. „Die Maßnahmen reichen nicht aus, wir erkennen keine Reduktion. Es wurden noch nie so viele Treibhausgase in der Atmosphäre gebracht wie derzeit“, so der renommierte Forscher.
Im Gespräch mit „Focus Online“ nennen die Wissenschaftler zwar auch Hoffnungsschimmer, wie etwa den massiven Ausbau von Solaranlagen in China oder die großen Erfolge in Deutschland beim Stromerzeugnis mit erneuerbaren Energien. Doch insgesamt bestehe weltweit das Risiko, dass sogar die 3-Gradmarke im Jahr 2050 überschritten wird.
Klimawandel in Deutschland: Meeresspiegel steigt immer schneller an
Hinsichtlich des Meeresspiegels und damit auch der Bedrohung deutscher Küsten an Nordsee und Ostsee gibt sich Seckmeyer gegenüber „Focus“ besorgt: „Tatsache ist: Der Meeresspiegel steigt inzwischen doppelt so schnell an wie noch vor 20 Jahren, und er ist in 2024 so groß gewesen wie noch nie.“
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Noch könne man mit entsprechenden politischen Weichenstellungen den Anstieg abmildern – andernfalls aber hätte man „nicht mehr die Chance, sich mit Deichbau zu schützen“. Potentiell sei die „wirtschaftliche Existenz von Millionen von Menschen durch einen zu starken Anstieg des Meeresspiegels bedroht“.
