Kurz vor Sachsen-Anhalt-Wahl: Russland-Tasse setzt AfD unter Druck

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist eine Diskussion um einen Gegenstand im Büro des AfD-Politikers Hans-Thomas Tillschneider entbrannt. Anlass ist eine Tasse mit Bezug zur russischen Armee, die bei einem Medientermin entdeckt wurde.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund stellte sich auf Nachfrage hinter seinen Parteikollegen. Bei einem Wahlkampftermin wies er die Aufregung um die Tasse zurück und machte deutlich, dass er die Debatte nicht für angemessen hält. Eine Distanzierung von Tillschneider gab es von ihm nicht.

📌 AfD in Sachsen-Anhalt Gesichert rechtsextrem: Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Die Einstufung basiert unter anderem auf aus Sicht der Behörde verfassungsfeindlichen Bestrebungen der Partei. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund: Der 35-jährige Ulrich Siegmund tritt als Spitzenkandidat der AfD an. Er will die Partei erstmals in einem Bundesland in Regierungsverantwortung führen. Stark in den Umfragen: Kurz vor der Wahl liegt die AfD in Sachsen-Anhalt bei rund 40 Prozent und damit deutlich vor der CDU. Wahl am 6. September: Am Sonntag, dem 6. September 2026, wählen die Menschen in Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die Wahl gilt bundesweit als wichtiger Stimmungstest für die AfD.

Siegmund weist Kritik deutlich zurück

,,Wer das für die Problemlage aktuell in Deutschland erachtet, der sollte sich selbst mal fragen, ob er vielleicht nicht selber alle Tassen im Schrank hat“, sagte Siegmund gegenüber Bild. Mit seiner Äußerung stärkte Siegmund seinem Parteifreund den Rücken. Damit positionierte sich die AfD auch in der öffentlichen Diskussion geschlossen. Die Partei sieht in der Debatte offenbar kein Thema, das eine interne Auseinandersetzung erfordert.

Deutlich anders bewertet Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze den Vorfall. Der CDU-Politiker kritisierte den Umgang mit dem Fund scharf und stellte einen Zusammenhang zu den politischen Positionen der AfD her. Nach seiner Auffassung sendet ein solcher Gegenstand ein fragwürdiges Signal aus.

Tillschneider wollte Diskussion offenbar verhindern

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte der Versuch, die Diskussion über die Tasse einzudämmen. Nach Angaben von Bild soll Tillschneider bereits während des Termins deutlich gemacht haben, dass das Thema nicht im Mittelpunkt stehen solle. Später wurde zudem versucht, gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen vorzugehen.

Schulze nutzte die Affäre für grundsätzliche Kritik an der AfD in Sachsen-Anhalt. Dabei verwies er auf die Rolle Tillschneiders innerhalb der Partei und dessen Einfluss auf politische Inhalte. Aus seiner Sicht geht die Debatte damit über den eigentlichen Gegenstand hinaus.

Wenige Tage vor der Wahl bleibt die Kontroverse damit ein politisches Streitthema. Während die AfD die Kritik zurückweist, sehen ihre Gegner darin ein Beispiel für problematische Signale aus Teilen der Partei. Ob sich die Diskussion auf den Wahlkampf auswirkt, wird sich spätestens am Wahltag zeigen.