Massen-Kündigungen: US-Soldaten wollen Oberbefehlshaber Trump nicht mehr dienen

Der Krieg gegen den Iran sorgt offenbar auch innerhalb der US-Streitkräfte für Unmut. Soldaten erkundigen sich verstärkt, wie sie den Militärdienst aus Gewissensgründen verlassen können. Besonders der Angriff auf eine Mädchenschule im südiranischen Minab beschäftigt viele Militärangehörige. Das berichtet die „Tagesschau„.

Wie groß die Bewegung tatsächlich ist, bleibt unklar. Offizielle Zahlen zu Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung gibt es nicht. Eine Beratungsstelle meldet allerdings deutlich mehr Anfragen.

📌 Kriegsdienstverweigerung in den USA Gewissensgründe: US-Soldaten müssen eine tief verwurzelte Ablehnung der Teilnahme an Krieg glaubhaft machen. Religion: Eine religiöse Begründung ist nicht zwingend erforderlich. Auch ernsthafte ethische oder moralische Überzeugungen können berücksichtigt werden. Weiter im Dienst: Ein Antrag führt nicht sofort zum Ausscheiden. Während des Verfahrens bleiben Antragsteller grundsätzlich Angehörige der Streitkräfte. Historischer Hintergrund: Das US-Militär arbeitet seit dem Ende der Wehrpflicht 1973 mit freiwillig dienenden Soldaten.

Auch Militärarzt will aussteigen

Taylor Highland, dessen Name geändert wurde, ist Mitte 30 und in Texas stationiert. Seit mehr als zehn Jahren gehört der Familienvater zum US-Militär. Die Streitkräfte finanzierten sein Medizinstudium, im Gegenzug verpflichtete er sich zum Dienst.

Nach Beginn des Iran-Kriegs änderte sich seine Haltung. Besonders erschütterte ihn der Angriff auf eine Mädchenschule in Minab am ersten Kriegstag. Mehr als 150 Menschen starben, die meisten waren Kinder. Danach beschäftigte sich Highland mit einer Kriegsdienstverweigerung.

Wie funktioniert die Verweigerung?

In seiner Jugend genoss die Armee in seinem Umfeld hohes Ansehen. Veteranen galten als Vorbilder, Militärdienst als Ausdruck von Patriotismus. Gleichzeitig benötigte er Geld für sein Studium. Der Eintritt in die Streitkräfte erschien ihm deshalb sinnvoll.

Später hinterfragte er seine Rolle als Militärarzt. Er half Soldaten bei der Genesung, damit sie wieder einsatzfähig wurden. Für Highland entstand daraus zunehmend ein Gewissenskonflikt. Nun wartet er auf die Entscheidung über seinen Antrag.

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Aktive US-Soldaten können grundsätzlich aus Gewissensgründen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen. Das Verfahren dauert häufig viele Monate. Eine Ablehnung lediglich eines bestimmten Konflikts reicht grundsätzlich nicht aus.

Hotline meldet mehr Anfragen

Während des Vietnamkriegs spielte die Kriegsdienstverweigerung eine wesentlich größere Rolle. Damals bestand noch eine Wehrpflicht, die 1973 abgeschafft wurde. Heute betrifft das Verfahren Soldaten, die bereits freiwillig in den Streitkräften dienen.

Highland kennt nach eigenen Angaben etwa zwölf Soldaten, die ebenfalls diesen Weg gehen oder darüber nachdenken. Angesichts von rund 1,3 Millionen Menschen im US-Militär ist das eine sehr kleine Zahl. Dennoch berichten Beratungsstellen von einer auffälligen Entwicklung.

Der Amerikaner Bill Galvin arbeitet bei der „GI Rights Hotline“ in Washington. Früher habe die Organisation innerhalb von ein oder zwei Wochen ein bis zwei entsprechende Anrufe erhalten, heißt es in dem Bericht. Nun meldeten sich täglich mehrere Soldaten. Allein im ersten Kriegsmonat übernahm die Organisation mehr als 80 neue Fälle zur Beratung.

Hegseths Kurs sorgt für Kritik

Neben dem Iran-Krieg sorgt die Politik von Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth für Diskussionen. Er geht gegen Programme vor, die er als „woke“ betrachtet. Dazu gehören Maßnahmen für Vielfalt und Inklusion innerhalb des Militärs.

Kritiker werfen der Regierung vor, gesellschaftliche Kulturkämpfe in die Streitkräfte zu tragen. Galvin sieht dadurch negative Folgen für die Moral. Auch andere umstrittene Einsätze der Trump-Regierung hätten nach Ansicht von Kritikern den Kampfgeist belastet.

Highland berichtet von Skepsis unter seinen Kameraden. Einige seien nicht überzeugt, warum der Krieg gegen Iran geführt werde. Solche Zweifel erschwerten es ihnen, die Folgen militärischer Einsätze zu rechtfertigen.

Highland hätte eigentlich nur noch rund ein Jahr dienen müssen. Wegen seines vorzeitigen Ausstiegs muss er nach eigenen Angaben Kosten seines Studiums zurückzahlen. Als Arzt könne er sich das leisten. Anderen Soldaten mit Zweifeln empfiehlt er, Beratung zu suchen.

Wie groß ist das Problem?

Bei der Rekrutierung sieht das Pentagon bislang keinen Grund zur Sorge. Im Dezember erklärte das Ministerium, alle Teilstreitkräfte hätten ihre jährlichen Anwerbeziele erreicht. Wie viele von Trumps Soldaten bleiben oder ihre Verträge verlängern, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.