Putin schielt auf Norwegen: Darum wächst die Unruhe

Im hohen Norden Norwegens herrscht Kalter-Krieg-Stimmung. Die Armee baut ihre Präsenz in der Finnmark massiv aus – wegen Putin. Der Heereschef will Tausende Soldaten „rund um die Uhr, die ganze Woche, das ganze Jahr über“ einsatzbereit halten. Seit Sommer gibt es dort eine neue Brigade, die erste seit Jahrzehnten. Das berichtet der tagesspiegel.

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Oslo sieht sich gezwungen zu handeln. Verteidigungsminister Tore O. Sandvik warnte im „Telegraph“ vor Russlands Aufrüstung. Auf der benachbarten Kola-Halbinsel stationiert Putin Atomwaffen und testet neue Systeme. „Wir sind die Augen und Ohren der Nato“, so Sandvik. Moskau werde immer aggressiver.

Putins Plan in Norwegen

Norwegens Grenzregion steht seit Jahren unter Druck. Kaum 20 Kilometer trennen Kirkenes von Russland. Mehrfach verletzten russische Kampfjets Norwegens Luftraum. Besonders rund um die Bären-Lücke kommt es zu Zwischenfällen. Dieses Meerestor ist für Putin von enormer Bedeutung.

Von dort aus könnten seine Atom-U-Boote in den Atlantik vorstoßen. Die Nato verstärkt deshalb ihre Präsenz in der Region. Experten warnen, Putin könnte bald U-Boote mit Überschallraketen einsetzen. Diese „können konventionelle und nukleare Sprengköpfe tragen“, warnt ein Militärforscher.

Auch wirtschaftlich und politisch baut Putin seinen Einfluss aus. Die Russische Geographische Gesellschaft eröffnete ein Büro auf Spitzbergen. Offiziell für Tourismus, doch Experten sehen darin Kreml-Propaganda. Die Organisation gilt seit Jahren als Werkzeug Putins Expansion.

Moskau schon länger im Norden aktiv

Seit dem Kalten Krieg versucht Moskau, auf Spitzbergen und in der Finnmark Fuß zu fassen. Schon 1944 befreite die Rote Armee den Norden Norwegens. Heute nutzt Putin diese Geschichte, um Einfluss zu gewinnen. Norwegische Behörden berichten von FSB-Aktivitäten in Kirkenes.

Die Finnmark misstraut Oslo seit Langem. Viele befürchteten, als Puffer geopfert zu werden. Doch das Militär sieht das anders. „Das Konzept, uns aus der Finnmark zurückzuziehen, haben wir nach dem Ende des Kalten Krieges aufgegeben“, sagte General Lars Lervik. „Wir werden die Finnmark verteidigen.“

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