Binnen drei Tagen erlebte Jamal Musiala gleich zwei Schreckmomente vor laufenden Kameras. Auf dem Rasen wirkte der 23 Jahre alte Fußball-Nationalspieler plötzlich für einige Sekunden komplett weggetreten. Diese unerklärlichen Komplettaussetzer ereigneten sich während der Partien des FC Bayern München gegen RB Leipzig sowie gegen den 1. FC Heidenheim.
Inzwischen hat der Profisportler selbst Licht ins Dunkel gebracht und die Ursache für seine plötzlichen Blackouts benannt. Dabei verwendete er einen medizinischen Fachbegriff, der vielen Menschen bislang völlig unbekannt sein dürfte. Nach eigenen Angaben sind die sogenannten Absencen für Musiala laut wörtlicher Aussage „aktuell Teil meines Alltags“.
📌 Musiala bei den Bayern Chelsea-Juwel zu Bayern: Musiala wechselte 2019 aus der Chelsea-Jugend zum FC Bayern — danach ging es rasant zu den Profis. Bayern-Rekordtalent: Mit 17 Jahren wurde er Bayerns jüngster Bundesliga-Debütant, jüngster Bundesliga-Torschütze und jüngster Champions-League-Torschütze. DFB statt England: Nach Jugend-Länderspielen für England entschied sich Musiala 2021 für Deutschland.
Absencen: Form eines epileptischen Anfalls
Aus dem Französischen übersetzt bedeutet der Begriff im Deutschen in etwa „Abwesenheit“. Genau dieser Zustand beschreibt das Phänomen treffend, bei dem Betroffene kurzzeitig geistig völlig abwesend erscheinen. Medizinisch betrachtet handelt es sich bei diesen Aussetzern um eine spezielle Form von epileptischen Anfällen.
Laut Angaben der amerikanischen Epilepsy Foundation treten solche Vorfälle besonders häufig bei Kindern im Alter zwischen vier und 14 Jahren auf. Allerdings können ebenso Jugendliche oder Erwachsene von dieser gesundheitlichen Störung betroffen sein. Gerade bei jüngeren Patienten verwechseln Außenstehende die meist nur wenige Sekunden andauernden Episoden oft mit harmlosen Tagträumen oder bloßer Unaufmerksamkeit.
Symptome und Verlauf der Anfälle
Während einer typischen Absence schränkt sich die Wahrnehmung der betroffenen Person massiv ein. Auch die Reaktionsfähigkeit ist in diesem kurzen Zeitraum vorübergehend deutlich beeinträchtigt. Auf Ansprache oder Reize aus der direkten Umgebung reagieren die Patienten in der Regel überhaupt nicht oder nur kaum.
Manchmal rollen bei einem solchen Anfall sogar die Augen nach oben. Sobald die typische Absence überstanden ist, nehmen die Betroffenen ihre vorherige Tätigkeit meist nach sehr kurzer Zeit wieder auf. Zurück bleibt bei den Patienten im Normalfall lediglich eine kurze Erinnerungslücke an die vergangenen Sekunden.
Neben dieser klassischen Variante existieren in der Medizin auch sogenannte atypische Absencen. Diese dauern spürbar länger an, wobei der Beginn und das Ende der Attacke weniger abrupt ausfallen können. Zusätzlich treten bei dieser Form mitunter automatische Bewegungen der Finger, der Hände oder des Mundes auf.
