Die einen zu gut, die anderen zu schlecht – kommt Herthas „Berliner Weg“ ins Stocken?

Für Hertha BSC läuft es gerade richtig gut. Viermal in Folge konnten die Berliner zuletzt gewinnen, dreimal in der Liga und einmal im Pokal. Auf einer Euphoriewelle werden Team und Fans in die Länderspielpause getragen. Dazu trägt auch die Entwicklung von Eigengewächsen wie Tjark Ernst und Kennet Eichhorn bei.

Die beiden Youngster gehören zu den Stammkräften bei der Hertha und stehen damit für den ausgerufenen „Berliner Weg“. Doch der könnte ins Stocken geraten, weil es für den Zweitligisten ein Balanceakt zwischen Saisonziel und eigenem Anspruch ist.

Hertha BSC: Erfolg als Zwickmühle?

Denn wirklich optimal für die Hertha und ihren „Berliner Weg“ sind solche Spieler, die zwar das Zeug haben, den Klub auf der Mission Aufstieg wirklich voranzubringen, aber nicht direkt von der Konkurrenz weggekauft werden. Ein Ibrahim Maza etwa, der jetzt in Leverkusen den nächsten Schritt seiner Entwicklung machen möchte, konnte den Berlinern nur kurz helfen.

+++ Baustelle im Berliner Westen – Pendler müssen sich über ein Jahr gedulden +++

Gleiches droht mit dem Sensations-Sechser Kennet Eichhorn. Mehrere Topklubs sind an dem 16-Jährigen dran, der seinen Altersgenossen um Längen voraus ist. Ihm wird eine große Zukunft prophezeit – doch die wird wahrscheinlich nicht bei Hertha BSC stattfinden. Auf der anderen Seite stehen Spieler wie Boris Lum und Janne Berner. Ihnen wird zwar großes Potenzial nachgesagt, doch bekommen sie kaum Spielzeit, um das zu zeigen.

Mehr Mut birgt ein Risiko

Für die Verantwortlichen bei Hertha BSC keine leichte Situation. Denn die Erwartungen und der eigene Anspruch an eine Rückkehr in die Bundesliga sind hoch – gleichzeitig will man den Nachwuchs bestmöglich einbinden. Während die einen zu vielversprechend für die zweite Liga sind, scheinen andere noch nicht für einen Stammplatz infrage zu kommen. Am Ende könnten beide Gruppen weg sein, weil sie woanders bessere Chancen sehen.

Den Sweetspot trifft derzeit Tjark Ernst. Der Keeper, der aus der Jugend des VfL Bochum nach Berlin kam, hielt sein Team mit Weltklasseleistungen ein ums andere Mal im Spiel. Dennoch gibt es um seine Person derzeit wenig Unruhe wegen potenzieller Wechsel. Das macht ihn zu einem der Gesichter des „Berliner Wegs“.