Hertha BSC legt sich bei Kennet Eichhorn fest – Manöver mit Risiko

Hertha BSC bestreitet inzwischen seit einigen Jahren den ausgerufenen „Berliner Weg“. Statt mit Investoren-Millionen teure Transfers zu tätigen, will der Klub den sportlichen Erfolg nachhaltig und mit viel eigenem Nachwuchs schaffen.

Dazu zählen Toptalente wie Tjark Ernst, Linus Gechter und ganz aktuell Kennet Eichhorn. Der 16-Jährige ist der jüngste Hertha-Debütant aller Zeiten und avancierte direkt zum Stammspieler. Jetzt setzten die Berliner eine Schmerzgrenze für einen möglichen Wechsel fest. Eine gute Idee?

Hertha BSC: Wie kann man Eichhorn halten?

20 Millionen Euro sind die kolportierte Summe, unter der die Berliner ihren wohl wertvollsten Spieler nicht abgeben wollen. Dass Eichhorn umworben ist, war schon klar, als der Youngster noch gar nicht für die Profis spielberechtigt war. Damals konnte man Offerten von Bundesligisten abwehren, indem man dem Teenager Spielzeit versprache.

+++ Verdis Arbeitskampf gegen TikTok in Berlin – hat sich der Streik gelohnt? +++

Besonders wichtig ist, dass sich dieses Versprechen gerade einlöst. Dass Eichhorn es zum Stammspieler geschafft hat, zeigt kommenden Talenten, dass es sich lohnen kann, länger als unbedingt nötig bei der Hertha zu bleiben. Mit der nun angelegten Schmerzgrenze sendet der Klub ein zweischneidiges Zeichen an die Konkurrenz: Wir geben den Spieler nicht unter Wert ab – aber: Es hängt nun auch ein Preisschild an ihm.

Klar ist aber auch, dass der Verein die Zukunft seines Juwels nur bedingt in der eigenen Hand hat. Will man ihn über die Saison hinaus an der Spree halten, muss also ein Setting geschaffen werden, in dem Eichhorn mehr Chancen für seine Entwicklung sieht als beim FC Bayern oder anderswo. Dass Spieler wie Reese oder Cuisance in Berlin geblieben sind, zeigt, dass zumindest die Stimmung passt.

Und wäre es schlimm, wenn nicht?

Am Ende ist es die Entscheidung des Spielers, ob er bleibt oder nicht. Das Gute für Hertha BSC ist dabei: Während man sich um Eichhorn bemüht, schafft man gleichzeitig die Bedingungen, die es künftigen Talenten leichter machen, sich länger fürs Bleiben zu entscheiden.

Daher lohnt sich der Aufwand, auch wenn Eichhorn nicht bleibt. Zumal eine Millionen-Ablöse für die Berliner auch eine hohe Bedeutung hat. Der Käufer zahlt bei einem 16-Jährigen zudem größtenteils für Potenzial. Dass das so wertvoll aussieht, kann sich auch die Hertha auf die Fahne schreiben.