Kurz vor Niederlande – Deutschland: Knall um Infantino – Bundesliga mittendrin

Kurz vor dem Nations-League-Kracher zwischen den Niederlanden und Deutschland droht dem Weltfußball der nächste Machtkampf! FIFA-Präsident Gianni Infantino gerät immer stärker unter Druck. Jetzt schaltet sich offenbar auch die Bundesliga ein – gemeinsam mit drei weiteren europäischen Topligen.

Wie „Sky Sports News“ berichtet, wollen die Bundesliga, die englische Premier League, Spaniens La Liga und Italiens Serie A am Freitag eine gemeinsame Erklärung veröffentlichen. Darin sollen sie grundlegende Reformen bei der Führung des Weltverbandes fordern. Für Infantino wäre das ein weiterer Rückschlag im ohnehin eskalierten Streit um seine Zukunft.

📌 Fakten zu Infantino Geboren: 23. März 1970 in Brig (Schweiz), italienische Wurzeln. FIFA-Präsident: Seit Februar 2016 im Amt. Er trat die Nachfolge von Sepp Blatter an. Frühere Karriere: Von 2009 bis 2016 Generalsekretär der UEFA. Wiederwahlen: 2019 und 2023 im Amt bestätigt. Eine erneute Kandidatur für März 2027 ist geplant. WM-Reform: Unter seiner Führung wurde die Männer-WM von 32 auf 48 Teilnehmer aufgestockt.

Bundesliga erhöht Druck auf FIFA-Boss

Brisant: Noch ist laut Sky unklar, ob die vier Ligen sogar Infantinos Rücktritt verlangen werden. Fest steht bislang lediglich der geplante Vorstoß für Veränderungen innerhalb der FIFA. Schon das gemeinsame Auftreten der vier großen europäischen Ligen würde dem Konflikt allerdings eine neue Dimension verleihen.

Bislang wird die Opposition vor allem von der europäischen Fußball-Union UEFA und Verbänden aus Nord- und Mittelamerika getragen. Nun könnten sich auch jene Wettbewerbe öffentlich einmischen, in denen zahlreiche der größten Fußballstars spielen. Der Streit erreicht damit eine weitere Ebene des internationalen Profifußballs.

Investorenpläne brachten Infantino in Bedrängnis

Auslöser der jüngsten Eskalation waren Infantinos Pläne, externe Investoren an der Vermarktung der WM-Rechte zu beteiligen. Im Sommer formierte sich dagegen erheblicher Widerstand. Hinzu kommt Kritik an seinem Führungsstil und an den Entscheidungsprozessen innerhalb des Weltverbandes.

Ende August spitzte sich die Auseinandersetzung weiter zu. Infantinos Gegner drohten mit einem Strafantrag vor Schweizer Gerichten im Zusammenhang mit den geplanten Investorengeschäften. Dafür wurden bei US-Gerichten Informationen zu den Vorhaben angefordert.

Infantino bietet Reformen an – und will bleiben

Der FIFA-Präsident reagierte inzwischen mit einem Gesprächsangebot an seine Kritiker. Er kündigte eine unabhängige externe Überprüfung der Verbandsführung an. Außerdem sollen Beratungen darüber stattfinden, wie die Entscheidungsprozesse innerhalb der FIFA gestärkt werden können. Dazu zählt ausdrücklich auch die Rolle des Präsidenten.

An einen freiwilligen Abschied denkt der 56-Jährige bislang allerdings offenbar nicht. Infantino will beim FIFA-Kongress im März 2027 erneut für das Präsidentenamt kandidieren. Seine Kritiker um UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin fordern dagegen, dass er auf eine vierte Amtszeit verzichtet. Einen gemeinsamen Gegenkandidaten haben sie bisher nicht präsentiert.

Zwei Termine könnten entscheidend werden

Der Konflikt dürfte den Fußball auch über das Länderspielfenster hinaus beschäftigen. Am 8. Oktober kommen die 55 UEFA-Mitgliedsverbände in Berlin zusammen. Eine Woche später, am 15. Oktober, tagt das FIFA-Council in Zürich. Dort will Infantino über seine Reformvorschläge sprechen.

Schon am Freitag könnte der Druck auf ihn jedoch weiter steigen. Während Deutschland gegen die Niederlande sportlich in die neue Ära unter Bundestrainer Jürgen Klopp startet, bahnt sich hinter den Kulissen des Weltfußballs die nächste Kraftprobe an. Und diesmal steht auch die Bundesliga in der ersten Reihe.