Wegen trockenen Flüssen: Verbrauchern droht Preisschock

Wegen der extrem niedrigen Pegelstände auf deutschen Flüssen droht Verbrauchern ein spürbarer Preisschock. Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt eindringlich vor den Folgen der massiven Transportprobleme auf dem Wasser. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ fand die Expertin deutliche Worte: „Bei ineffizienter Rationierung kann Niedrigwasser die Preise auch unnötig in die Höhe treiben.“

Besonders hart trifft die aktuelle Lage laut der Ökonomin die Chemiebranche und den Energiemarkt. So stockt momentan der wichtige Öltransport zu den Raffinerien erheblich. Wie stark die Kosten für Grundstoffe am Ende klettern, richtet sich nach den zuvor angelegten Lagerreserven der Firmen.

📌 Die Folgen von Niedrigwasser Schifffahrt: Frachtschiffe können weniger laden oder gar nicht fahren – Transporte werden teurer und langsamer. Wirtschaft & Energie: Kraftwerke und Industrie erhalten weniger Kühlwasser und Rohstoffe; Produktion und Stromerzeugung können sinken. Natur: Flüsse erwärmen sich, der Sauerstoffgehalt fällt – Fische und andere Wasserlebewesen geraten unter Stress.

Harte Kritik an der Krisenpolitik

Mit Blick auf den Klimawandel wirft Grimm der Regierung mangelnde Weitsicht vor. Zwar sei eine Lockerung des Lkw-Fahrverbots am Sonntag richtig, sie fordert aber mehr vorausschauendes Handeln. „Politik macht keinen guten Eindruck, wenn sie sich von Krise zu Krise hangelt und nicht systematisch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt“, bemängelt die Wirtschaftsweise.

Auch interessant: Was wäre, wenn der Rhein als wichtigste Wasserstraße ausfällt?

Einfach die Fahrrinnen der Flüsse auszubaggern, stellt für die Expertin keine schnelle Lösung dar. Vor einem solchen Eingriff müsse man die ökologischen Konsequenzen genau prüfen. Schließlich zaubern tiefere Flüsse kein zusätzliches Wasser herbei.

Alte Güterwaggons sollen Schiffe ersetzen

Um die ausfallenden Binnenschiffe auszugleichen, greift die Bahn-Tochter DB Cargo zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Laut der „Rheinischen Post“ plant das Unternehmen, längst ausrangierte Güterwaggons wieder rollen zu lassen. DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg zufolge lassen sich 900 dieser alten Waggons mobilisieren, womit man 200 Binnenschiffe ersetzen könnte.

Grundsätzlich begrüßt der Fahrgastverband Pro Bahn diese Verlagerung, fürchtet aber Nachteile für Reisende. Bundesvorsitzender Lukas Iffländer stellt klar: „Mehr Güter auf die Schiene: ja. Weniger Züge für Fahrgäste: nein.“ Er warnt davor, den Personenverkehr wegen der Güterzüge auszudünnen.

Gleichzeitig nimmt der Verbandschef die Wirtschaft in die Pflicht. „Hektik im Krisenfall ersetzt keine langfristige Logistikstrategie“, betont Iffländer. Auch Noah Wand von Pro Bahn kritisiert die Prioritäten der Regierung. Sobald Lieferketten wackeln, treffe sich sofort eine Ministerrunde, während Fahrgäste ignoriert würden. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will die Fracht derweil zügig auf Züge und Lkw umverteilen.