Für Millionen Menschen ist es die selbstverständlichste Sache der Welt: Wasserhahn auf, eiskaltes Trinkwasser läuft. Doch während Bäche austrocknen und der Deutsche Wetterdienst selbst in tiefen Bodenschichten vor „extremem Trockenstress“ warnt, wächst die Sorge. Auf den Feldern leiden Kartoffeln und Mais, Wälder geraten unter Druck und der ersehnte Regen bleibt weiter aus.
Doch wie dramatisch steht es wirklich um unser Grundwasser, aus dem hierzulande rund 70 Prozent des Trinkwassers gewonnen werden?
📌 Wusstest du das schon? Wie viel sollte man am Tag trinken? Als Richtwert gelten etwa 1,5 bis 2 Liter reine Flüssigkeit täglich (oder ca. 35 ml pro Kilo Körpergewicht). Wann braucht der Körper deutlich mehr Wasser? Bei großer Hitze, intensivm Sport, schwerer körperlicher Arbeit oder Krankheit (wie Fieber). Woran erkennt man, dass man zu wenig getrunken hat? An dunklem Urin, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsproblemen und trockenem Mund. Was sind die besten Durstlöscher? Leitungswasser, Mineralwasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee und stark verdünnte Fruchtschorlen.
Die Grundwasserpegel schrumpfen
Die Lage ist angespannt, denn an mindestens der Hälfte aller Messstellen liegen die Pegel aktuell unter dem langjährigen Durchschnitt. Im Schwarzwald versiegen bereits erste Privatbrunnen, während örtliche Versorger Trinkwasser per Tanklaster verteilen müssen. In vielen Kommunen gelten längst Einschränkungen für das Rasensprengen oder Poolbefüllen. Expertinnen und Experten betonen jedoch, dass uns das Wasser nicht schlagartig ausgehen wird: Deutschland gilt nach wie vor als wasserreich und nutzt von den theoretisch verfügbaren Vorkommen jährlich nur einen kleinen Teil. Das Problem liegt vielmehr in der Verteilung und der Trägheit der Systeme.
Untersuchungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe an über 5.000 Messstellen zeigen, dass die Pegel an knapp einem Viertel der Orte seit 1991 kontinuierlich sinken. Da sich Grundwasser in feinen Poren und Hohlräumen sammelt, reagiert jedes System anders: Ein kurzes Sommergewitter verdunstet meist sofort oder wird von Pflanzen aufgesaugt. Selbst niederschlagsreiche Winter schaffen es oft nicht, sehr tiefe Grundwasservorkommen wieder aufzufüllen – manche Regionen zehren noch heute von den Folgen der Dürrejahre seit 2018.
Klimawandel beschleunigt die Verdunstung
Zusätzlich verschärft die globale Erwärmung die Lage. Laut der Initiative World Weather Attribution sind starke Verdunstungsphasen durch den Klimawandel in Westeuropa rund 80-mal wahrscheinlicher geworden. Wenn Stadtwerke im Hochsommer an ihre Grenzen geraten, liegt das zwar meist an logistischen Engpässen im Leitungsnetz, weil alle gleichzeitig Wasser verbrauchen.
Dennoch zeigt die Dürre laut „Die Zeit“ klar: Wasser ist nicht mehr überall und jederzeit grenzenlos verfügbar. Um austrocknende Bäche und Moore zu schützen, wird sich der alltägliche Umgang mit der wertvollen Ressource grundlegend ändern müssen.
Die anhaltende Dürre legt den Schiffsverkehr auf deutschen Flüssen lahm und droht nun, die Preise für alltägliche Güter spürbar in die Höhe zu treiben.
