Von Blancpain bis Patek Philippe: Diese Luxusuhren trug Putin bereits

Wladimir Putin ist nicht unbedingt für einen besonders extravaganten Stil bekannt. Bei einem Detail sieht das allerdings anders aus – seinem Handgelenk. Über die Jahre zeigte sich der russische Präsident öffentlich mit Uhren verschiedener Luxusmarken. Darunter waren Zeitmesser von Blancpain, Patek Philippe und Breguet, die teilweise mehrere Zehntausend Dollar kosten.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam Putins Vorliebe für teure Uhren bereits 2012. Damals veröffentlichte die russische Oppositionsgruppe Solidarity ein Video mit dem Titel „Watches of a Kleptocrat“. Darin listete sie mehrere Uhren auf, mit denen Putin zuvor öffentlich zu sehen gewesen war. ABC News griff die Aufstellung auf. Zusammen sollen die Zeitmesser knapp 700.000 Dollar wert gewesen sein.

Putins offiziell angegebenes Jahreseinkommen lag zu dieser Zeit dagegen bei umgerechnet rund 115.000 Dollar. Die Luxusuhren an seinem Handgelenk wurden damit auch zum Politikum.

📌 Warum trägt Putin seine Uhr rechts? Wer genauer hinsieht, entdeckt bei Wladimir Putin noch eine Besonderheit: Der russische Präsident trägt seine Armbanduhr am rechten Handgelenk. Auf zahlreichen öffentlichen Aufnahmen ist das seit Jahren zu sehen. Auch Berichte über seine Luxusuhren weisen darauf hin. Putin selbst lieferte dafür eine überraschend banale Erklärung. Er sagte in der Vergangenheit, dass ihn die Krone der Uhr beim Tragen am linken Handgelenk störe. Deshalb sei die Uhr irgendwann nach rechts gewandert.

Welche Uhr trug Putin besonders häufig?

Ein Modell tauchte besonders häufig an Putins Handgelenk auf. Die Blancpain Léman Aqua Lung Grande Date kostete damals rund 10.500 Dollar und wurde zu einem seiner bekanntesten Zeitmesser. Für Schlagzeilen sorgte allerdings nicht nur der Preis. Putin trennte sich bei öffentlichen Auftritten gleich mehrfach spontan von einer Blancpain.

2009 bat ein Arbeiter bei einem Fabrikbesuch um ein Erinnerungsstück. Putin zog daraufhin seine Uhr vom Handgelenk und schenkte sie ihm. Zuvor hatte er bereits einem Jungen während einer Reise durch Sibirien eine Blancpain überlassen.

Wenig später folgte eine noch ungewöhnlichere Aktion. Bei einem Besuch auf einer Baustelle für die Olympischen Winterspiele in Sotschi warf Putin eine Blancpain demonstrativ in frischen Beton.

Eine Uhr für eine halbe Million Dollar

Noch deutlich teurer soll ein Zeitmesser der deutschen Luxusmanufaktur A. Lange & Söhne gewesen sein. Die russische Oppositionsgruppe Solidarity identifizierte auf damaligen Aufnahmen an Putins Handgelenk einen Tourbograph „Pour le Mérite“ und bezifferte dessen Wert 2012 auf rund 500.000 Dollar. Auch ABC News berichtete damals über die Aufstellung.

Das Modell gehört zur Spitzenklasse der Uhrmacherkunst. Tourbograph-Modelle von A. Lange & Söhne kombinieren mehrere technisch aufwendige Funktionen und werden nur in sehr kleinen Stückzahlen gefertigt.

Die Identifizierung des konkreten Modells an Putins Handgelenk geht allerdings auf die kremlkritische Oppositionsgruppe zurück.

Auch Patek Philippe und Breguet landeten an Putins Handgelenk

Bei Blancpain und A. Lange & Söhne blieb es nicht. Über die Jahre wurden auf öffentlichen Aufnahmen weitere hochpreisige Modelle am Handgelenk des russischen Präsidenten identifiziert. ABC News berichtete 2012 unter Berufung auf die damalige Aufstellung unter anderem über eine Patek Philippe Perpetual Calendar für rund 60.000 Dollar. Hinzu kamen demnach eine Patek Philippe Calatrava für etwa 18.000 Dollar und eine Breguet Marine, deren Wert damals mit ungefähr 15.000 Dollar angegeben wurde.

Die Preise sorgten vor allem deshalb für Diskussionen, weil sie in einem auffälligen Verhältnis zu Putins offiziell angegebenen Einkünften standen. Kremlkritiker nahmen die Uhren deshalb immer wieder zum Anlass, Fragen nach dem tatsächlichen Vermögen des russischen Präsidenten aufzuwerfen.

Wie groß dieses tatsächlich ist, lässt sich seriös kaum beziffern. Putins offiziell deklarierte Einkünfte geben darüber nur begrenzt Aufschluss.

Inzwischen trägt Putin eine russische Uhr

An Putins Handgelenk ist mittlerweile allerdings auch ein ganz anderes Fabrikat zu sehen. Statt der bekannten Schweizer und deutschen Luxusmarken trägt der Kreml-Chef seit einigen Jahren eine Uhr aus russischer Produktion.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters im April 2026 berichtete, wurde Putin erstmals 2022 mit einem Zeitmesser der Imperial Peterhof Factory gesehen. Das Unternehmen ist mit dem traditionsreichen russischen Uhrenhersteller Raketa verbunden. Bei Putins Uhr handelt es sich dem Bericht zufolge um eine Sonderanfertigung. Raketa-Chef David Henderson-Stewart erklärte gegenüber Reuters, dass das Unternehmen kein identisches Modell für andere Kunden herstellen werde.

Wie Putin überhaupt an die Uhr gekommen ist, weiß offenbar selbst der Hersteller nicht. Henderson-Stewart erfuhr nach eigenen Angaben erst aus der Presse davon, dass der russische Präsident einen Zeitmesser aus seinem Haus trägt. Für das Unternehmen zahlte sich die prominente Aufmerksamkeit aus. Nachdem Putin mit der Uhr öffentlich aufgetreten war, stieg laut Reuters die Nachfrage nach Raketa-Uhren.

Ob hinter der Wahl des russischen Modells auch eine politische Botschaft steckt, ist nicht belegt. Auffällig ist der Zeitpunkt dennoch. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine setzt der Kreml verstärkt auf wirtschaftliche Eigenständigkeit und heimische Produktion.